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Villa Diana
Lernen als Weg

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Sabine Asgodom

ZfU-Faculty: Office-Management
Jahrgang 1954, ist eine der profiliertesten Managementtrainerinnen und Coaches im deutschsprachigen Raum. Sie füllt Hallen bei ihren mitreissenden Vorträgen, trainiert Mitarbeiter/innen grosser Unternehmen und coacht Politiker/innen und Führungskräfte.

 

Geh klug mit deiner Energie um!

Powerfrauen – ein typisches Wort aus den Neunzigern. Wie aufgedreht immer an der Karriere schraubend, hart und unbarmherzig. Arme Mädels. Funktionierten nach dem Motto: Oben Power rein, unten Arbeit raus. Leider auch ein Rezept von gestern. Der Erfolg der Zukunft wird auf Inspiration basieren, nicht auf Transpiration.
Wer in schwierigen Zeiten einen klaren Kopf behalten will, muss lernen, sorgsam mit seiner Energie umzugehen. Zeiten von Anspannung und Entspannung abzuwechseln, Energiequellen nutzen und neue erschliessen. Sich mit belebendem positivem Eu-Stress anzufreunden und krankmachenden Di-Stress zu meiden. Work-Life-Balance nennt man in Amerika diese Suche nach Energiebalance. „Workness" nenne ich das ausgewogene Verhältnis Arbeit und Wohlergehen, ein Kunstwort aus „Work" und „Wellness".

Was auf dem Weg zur „Workness" hilft: Suchen Sie in der Arbeit und in Ihrer Freizeit die Nähe von Leuten, die Ihnen gut tun. Und schützen Sie sich andererseits vor Energieräubern. Kennen Sie auch solche Kolleg/innen oder Freund/innen, die es schaffen, Sie mit einem Blick oder einem Satz „runterzuziehen"? „Hoffentlich ist bald Wochenende," brummen die schon montags. „Scheissladen..." zischeln sie neben Ihnen in der Konferenz. „Was haben Sie denn schon wieder angerichtet"?!, tönt es Ihnen am Morgen entgegen. Meiden Sie deren Nähe, wann immer es geht. Sagen Sie diesen Negaholikern notfalls, dass Sie das Gemecker nervt und Sie es nicht mehr hören wollen. Zu den äusseren Energieräubern zählen auch ganze Unternehmen, die ihre Mitarbeiter/innen regelrecht aussaugen und ihnen zu wenig zurückgeben an Anerkennung, Ermutigung und Wertschätzung.
Man erkennt sie daran, dass die Mitarbeiter abends mit weniger Selbstwertgefühl aus dem Büro hinausgehen als sie morgens hineingegangen sind.
Was Sie aus Selbstschutz tun können, falls Sie in einem solchen „Vampir-Unternehmen" arbeiten? Sich nach einer Alternative umsehen. Oder wollen Sie die nächsten dreißig Jahre schlechte Laune haben?
Es gibt aber auch innere Energieräuber. Scham gehört zu den radikalsten. Scham über etwas, was wir mal getan haben, oder nicht getan haben; Scham über uns selbst, wie wir aussehen, wie wir reden, wie wir denken. Scham macht schwach, verletzlich, mürbe. Überlegen Sie, ob das irgendwie Ihr Thema ist, ob Sie etwas mit sich herumschleppen, vielleicht aus frühester Kindheit, das Ihnen Kraft klaut. Und setzen Sie sich damit auseinander. Vielleicht hat Ihnen jemand ein schlechtes Gewissen eingeredet. Vielleicht haben Sie Erwartungen nicht genügt.
Vielleicht ist es aber auch endlich an der Zeit, sich mit der eigenen Unvollkommenheit zu versöhnen.

Wenn Sie sich um „Workness" bemühen, dann sollten Sie wissen, dass es zu allem eine Alternative gibt:

  • Mein Job ist wirklich prima, aber da draußen gibt es noch ein halbes Dutzend andere Möglichkeiten.
  • Diese Entscheidung, gut ich habe sie gefällt, aber es hätte noch andere
    Möglichkeiten gegeben.
  • Mein Beruf, in Ordnung, aber ich könnte auch etwas ganz anderes machen.
  • Dieser Standpunkt, zu dem stehe ich. Aber ich kann mir vorstellen, dass andere Menschen andere Sichtweisen dazu haben.
  • Diese Stadt, schön, aber es gibt noch so viele interessante Orte auf dieser Welt.

Erst wenn Sie Alternativen für möglich halten, können Sie alle Chancen dieser Welt ausschöpfen! Und Sie werden mehr Spaß im Leben haben. Weil Ihre Erfolgsphantasie weiter und bunter ist. Weil Sie Unmögliches denken und vielleicht sogar machen. Weil Sie sich aus festgefahrenen Routen lösen und neue Wege gehen. Weil Sie die anderen überraschen und überzeugen. Weil Sie sich Fehler zugestehen, die zwangsläufig passieren, wenn man neue Dinge ausprobiert. Weil Sie sich diese Fehler verzeihen können, denn Sie wissen, wie sie geschehen sind. Eins habe ich in meinem Leben gelernt: Je selbstbestimmter wir unseren Lebenserfolg gestalten, umso zufriedener leben wir!

Teilt Arbeit, soziales Engagement und Lebensfreude!

Interview mit Sabine Asgodom, Deutschlands bekanntester Erfolgstrainerin

Frage: Sie warnen Frauen davor, den männlichen Karriereweg einzuschlagen. Ist das nicht ein Zeichen von Resignation?
Antwort: Nein, im Gegenteil. Ich habe früher gedacht, wir müssten nur so werden wie Männer, dann würden wir auch in Führungspositionen kommen. Heute weiß ich, dieser Weg ist falsch. Nicht nur, weil sich die Zahlen von Frauen in Führungspositionen mit diesem Rezept nicht wesentlich gesteigert haben, sondern auch, weil der Weg uns unglücklich machen kann.

Frage: Sollen Frauen deshalb auf Karriere verzichten?
Antwort: Nein, um Himmels Willen. Aber wir sollten uns das Wort Karriere kritisch anschauen. Es bedeutet einen sehr eingeschränkten Weg nach oben, innerhalb starrer Hierarchien. Mir gefällt das Wort Erfolg wesentlich besser. Es ist bunter, weiter, lebensfroher. Denn was für mich Erfolg ist, bestimme ich selbst. Es kann der Job der Vorstandsvorsitzenden sein, es kann aber auch der Erfolg sein, dass ich meinen Beruf, den ich liebe, und meine Familie, die ich liebe, miteinander in Einklang bringe. Erfolg kann bedeuten, dass ich eine Arbeit habe, in der ich Sinn sehe, und außerordentlich gut dafür bezahlt werde. Und ich kann erfolgreich mit meiner eigenen kleinen Firma werden, die eine besondere Dienstleistung anbietet, als eigene Chefin. Wichtig bei meiner Entscheidung ist vor allem: Wie geht es mir dabei? Bin ich glücklich mit meinem Lebenserfolg?

Frage: Haben Frauen denn andere Wertvorstellungen als Männer im Beruf?
Antwort: Ja, ganz offensichtlich. Wir Frauen haben einfach ein grösseres Stück Leben an den Hacken, sind die Sozialpartner in dieser Welt, kümmern uns um den Kontakt zu Verwandten und Freunden, organisieren die Betreuung unserer Kinder und die Pflege alter Eltern. Es ist der falsche Weg zu sagen, Frauen macht Karriere, lasst Euch davon nicht länger ablenken!

Frage: Und die Männer brauchen sich nicht mehr zu kümmern und können deshalb weiter Karriere machen?
Antwort: Die Entwicklung läuft gerade andersherum. Immer mehr, vor allem jüngere, Männer, spüren ihre Einseitigkeit sehr schmerzhaft. Sie wollen nicht mehr darauf verzichten, ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Sie haben keine Lust, sich totzuschuften. Sie wissen, dass Leben mehr als Arbeit ist. Und wollen dieses Leben geniessen. Ich glaube, dass Frauen da wunderbare Partner heranwachsen, für eine wirkliche Verteilung von Arbeit, sozialem Engagement und Lebensfreude.

Die 10 häufigsten Fallen für Frauen im Beruf:

  1. Die Bescheidenheits-Falle
    Wer bin ich schon, was kann ich schon?
    Das ist doch nichts Besonderes! I
    ich glaub, das kann ich nicht.
  2. Die Strategie-Falle
    Ich kann das doch nicht nur machen, damit ich das oder das erreiche. Also, ich will mich nicht verbiegen.
  3. Die Einzelkämpfer-Falle
    Ich muss das allein schaffen.
    Ich darf mir nicht helfen lassen.
    Da muss ich durch.
  4. Die Leistungs-Falle
    Wenn ich noch besser werde, dann bekomme ich, was ich möchte.
    Noch länger arbeiten, noch effektiver werden.
  5. Die Aschenputtel-Falle
    Wer erhört mich, wer gibt mir eine Chance?
    Warum fragt mich niemand, ob ich werden möchte?
  6. Die Hochstapler-Falle
    Irgendwann werden die anderen merken, dass ich das gar nicht kann, was ich hier mache.
  7. Die Perfektions-Falle
    Solange meine Arbeit nicht hundertprozentig ist, gebe ich sie nicht ab.
    Mein Konzept ist nicht gut genug, ich muss noch mal drüber gehen.
    Ach, das war doch nichts Besonderes.
  8. Die Energieräuber-Falle
    Aber gerne helfe ich dir.
    Klar kümmere ich mich darum.
    Legen Sie es mir einfach hin.
    Natürlich komme ich am Wochenende rein.
  9. Die Eigentlich-Falle
    Eigentlich würde ich ja gern wieder arbeiten, aber mein Mann möchte das nicht.
    Kann ich ja nicht wegen der Kinder, müsste ich ja umziehen, müsste ich mich ja bewerben, müsste ich ja...
  10. Die Märchenprinz-Falle
    Wozu soll ich überhaupt Karriere machen, wer weiß, ob nicht bald mein Märchenprinz kommt, dann brauche ich gar nicht mehr zu arbeiten?
    Ich suche mir lieber einen anspruchslosen Job, den kann ich dann später besser mit Kindern vereinbaren.

 

 

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