Eine der grössten Herausforderungen von
Verkäufern ist, die Kunden trotz anfänglichen Widerständen zum Kauf zu bewegen. Ein
wesentlicher Punkt ist die Angst der Kunden vor der Veränderung: Es ist ihnen zu
anstrengend oder riskant, sich mit etwas Neuem auseinander zusetzen, und eigentlich sind
sie mit der alten Lösung zufrieden.
Damit Sie richtig mit den Kaufwiderständen Ihrer Kunden umgehen können, sollten Sie
folgende Punkte beachten:
- Auf Kaufwiderstände vorbereitet sein und diese identifizieren
- Ein gutes Klima schaffen
- Sofort Kundenbeteiligung erzielen
- Kontakte zu mehreren Gesprächspartnern herstellen
- Zum Berater der Kunden werden
- Das Geschäft wichtiger Kunden so gut kennen wie das eigene
- Die richtige Idee hinter dem Angebot entdecken und verkaufen
- Kürzere Verkaufsgespräche führen
- Teilentscheidungen erstreben
- «Wert» statt «Preis» verkaufen
- Viel mehr Fragen verwenden
- Nicht immer von sich selber sprechen, kundenorientiert werden
- Gespräche über Wettbewerber vermeiden
- Vorteile verkaufen, nicht Eigenschaften
Können Sie ein wirklich guter Verkäufer werden? Glauben Sie bitte nicht, dass alle
Menschen, die etwas von Kundenbedienung verstehen oder Produktkenntnis haben, auch
wirkliche Verkäufer werden können. Echtes Verkaufen verlangt professionelle Könner, die
systematische Kenntnisse über Verkaufstaktiken und -strategien besitzen, um Kunden
gewinnen zu können.
Planung der Arbeit
Notwendig ist eine richtige Planung der Arbeit, die darauf abzielt, optimal vorbereitet zu
sein und der eigentlichen Verkaufstätigkeit soviel Zeit wie nur möglich einzuräumen.
Dem Verkäufer sollten nicht mehr Bericht- und Kontrollaufgaben als unbedingt notwendig
auferlegt werden. Planen Sie die Arbeit der Woche im Voraus und verfolgen Sie diesen Plan
konsequent. Konzentrieren Sie Ihre Arbeit auf die wertvollsten Kunden. Schenken Sie sich
den Besuch bei Kunden, die sowieso kaufen. Stellen Sie durch Kontrolle der eigenen Arbeit
fest, wieviel Zeitaufwand die Bearbeitung der verschiedenen Kunden benötigt.
Weg mit Vorurteilen und Clichées
Sie sollten sich als Verkäufer von schematischen und abergläubischen Gedankengängen
befreien, die hauptsächlich der eigenen Bequemlichkeit dienen. Zum Beispiel, dass gewisse
Tage ungeeignete Besuchstage sind; am Montagmorgen und am Freitagnachmittag keine
Geschäfte gemacht werden können; man nichts mit Kunden anfangen soll, die nun einmal
nein gesagt haben;
dass der Markt gesättigt ist; die Kunden immer schwieriger werden; unser Geschäft durch
«schmutzige» oder unseriöse Konkurrenzmassnahmen verdorben wird; die Konkurrenz
rücksichtsloser und auch geschickter ist als wir; wir immer zu teuer sind; Planung und
Vorbereitung sich nicht lohnen, weil
ja doch alles anders kommt; unsere Geschäftspolitik schuld an unseren Misserfolgen ist;
man nur Ärger erntet, wenn man mit mehreren Leuten in einem Unternehmen verhandelt; man
kaum etwas von anderen lernen kann, da jeder nach seiner eigenen Art verkaufen muss; es
andere Verkäufer leichter haben; man das ja alles schon lange gewusst hat und dass man
sich nicht übernehmen soll.
Gerade diese beiden letzten Standpunkte sind von besonderer Bedeutung. Erstens: Hüten
Sie sich vor Überheblichkeit! Man lernt nie aus. Zweitens: Je mehr Kundenkontakte, desto
grössere Verkaufsmöglichkeiten. Jeder Verkäufer glaubt, er leiste mehr als genug. Das
sagt sowohl derjenige, der drei Kundenbesuche pro Tag macht, als auch jener, der sieben
schafft, auch wenn beide innerhalb ein und derselben Firma an denselben Kundenkreis die
gleiche Ware verkaufen.
Die Arbeitsenergie
Wir können in der Regel viel mehr leisten, als wir glauben. Wir könnten täglich
mindestens einen Kunden mehr aufsuchen, indem wir eine halbe Stunde eher aufstehen und
bestimmte Kunden nach vorheriger Abmachung um 8 Uhr morgens besuchen.
Es soll hier nicht einem grösseren Arbeitsaufwand das Wort geredet werden, sondern
einem zielgerechteren Arbeitseinsatz. Nicht mehr, sondern besser arbeiten. Die Wege zu
suchen, ist Ihre Aufgabe. Anregungen finden Sie überall, nicht nur hier!
Setzen Sie sich ein konkretes Ziel, treten Sie in Wettbewerb mit sich selbst und mit
anderen. Lernen Sie, noch mehr Freude an Ihrer Tätigkeit (durch grössere Kenntnisse und
dadurch gesteigerten Erfolg) und an Ihren Kunden (die doch Ihr Einkommen bezahlen) zu
finden! Gehen Sie davon aus, dass Sie nicht so tüchtig sind, als dass Sie nicht noch
tüchtiger werden könnten! Wir können alle voneinander lernen heute, morgen,
dauernd. Nur ein Narr glaubt, keine Fehler zu machen. Diese Einstellung, die durch kein
Wissen oder keine Begabung zu ersetzen ist, dürfte ein wahres Gebot der Selbsterhaltung
sein gerade im Beruf des Verkäufers. Lernen Sie, solange Sie leben, und Sie werden
leben, solange und weil Sie lernen!
Dieser Artikel wurde im Alpha Kadermarkt vom 09./10. Dezember 2000 veroeffentlicht.