Es mutet schon eigenartig an: Zum einen orientieren sich die Unternehmen
neu, machen ihre Strukturen schlanker, optimieren Prozesse, zum anderen wird einem Aspekt,
der die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit entscheidend beeinflußt, wenig Aufmerksamkeit
geschenkt: Es ist die Innovationskraft, die Summe aller Anstrengungen für den Wandel, die
den dauerhaften Erfolg entscheidend beeinflußt.Innovation versus
Geschäftsroutine
Es kommt auf das richtige Verhältnis zwischen Innovation und Routine an.. Das Management
hat sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie viel der knappen Ressourcen für
Erneuerung eingesetzt und wieviel für den laufenden Betrieb bereitgestellt werden. Dies
ist in der Praxis meist nicht eine strategisch abgeleitete Konsequenz sondern häufig das
Ergebnis von vielen Einzelentscheidungen. Allein das Volumen aller durch die Neuerungs-
und Änderungsvorhaben gebundenen Kapazitäten festzustellen, bereitet Kopfzerbrechen. Es
geht hier ja nicht um Kleinigkeiten. Mal grob aber eher vorsichtig veranschlagt
entsprechen etwa 10% des Umsatz oder etwa 20% der Personalkosten dem jährlichen Volumen
aller Neuerungsvorhaben.
Ein Unternehmen also, daß sich diesem Potential gezielt annimmt und das Projekteportfolio
optimiert wird nicht nur den Wandel besser fokussieren sondern auch die Ressourcen
wirtschaftlicher einsetzen.
Effektivität mit Multiprojektmanagement
Um hier nicht an der Komplexität zu scheitern bedarf es allerdings einer gewissen
Systematik und zwar: methodisch, also welche Instrumentarien z.B. der strategischen
Bewertung, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Priorisierung oder Synergie- und Risikoanalyse
kommen zum Einsatz?, organisatorisch, d.h. welche Entscheidungsorgane und
Serviceleistungen sind erforderlich?, prozessual, was ist z.B. während er der Herleitung,
Planung und Durchführung der Projekte von wem, beizutragen, zu erledigen oder zu
entscheiden?, inhaltlich, welche Projektebündel wie z.B. Organisationsvorhaben,
Infrastrukturmaßnahmen oder Produktinnovationen werden wie gehandhabt? und IV-technisch,
wie kann das Multiprojecting durch geeignete Tools (z.B. 3Pmulti) unterstützt werden?
Damit das Ganze dann auch praktisch klappt ist neben der "Nachfrageseite" auch
die "Angebotsseite", das heißt Umfang und Struktur der für die Projektarbeit
einsetzbaren Ressourcen zu erfassen. Alles in allem also nichts, was man so nebenher
macht!
Effizienz mit Einzelprojektmanagement
Notwendige Voraussetzung für das Multiprojektmanagement ist das Einzel-Projektmanagement.
Hier wurde sicherlich schon das eine oder andere im eigenem Hause unternommen und es
scheint wohl, daß die Sache "läuft" . Doch muß man in der Praxis immer wieder
feststellen, wie groß die Dissonanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit ist: Bezogen
auf das einzelne Projekt werden Ziele unterschiedlich verstanden, sind Aufgaben unklar,
besteht Uneinigkeit über Zuständigkeiten, werden Leistungen zugesagt und nicht erfüllt
etc. Alles mit der Konsequenz von erheblichen Zeit- und Kostenüberschreitungen sowie
unzureichenden Ergebnissen. Wenn das also richtig "funktionieren" soll, ist die
"Eintrittskarte" zu lösen, d.h. Methoden hinsichtlich der Aspekte:
Projektmission und Struktur, Arbeitspaketbeschreibung und Vereinbarung,
Phasen- und Ablaufplan, Zeit- und Kostenrechnung, Fortschrittsüberwachung und
Prognoserechnung etc. müssen verfügbar gemacht und zu Anwendung gebracht werden. Erst
auf dieser Basis ergibt es Sinn, die wichtigen, weichen Faktoren in Form von
Vermittlungseinheiten anzugehen als da sind: Projektleitertraining, Teamentwicklung,
Problemlösungsmethoden etc. Das Ganze sollte dann in einem kontinuierlichen
Verbesserungsprozeß münden.
Verständigung über gemeinsame Sprache
Aufgrund der wachenden Globalisierung, der stärkeren Arbeitsteilung und dem damit
verbundenen Erfordernis einer wechselnden, nationalen und internationalen Zusammenarbeit
unabhängiger Einheiten kommt einer Verständigung über das anzuwendende,
unternehmensübergreifende Projektmanagement erhebliche Bedeutung zu. Wer hier Kompetenz
und Flagge zeigt, kann sich als "Systemführer" anbieten und gewünschte
Positionen einnehmen. Dazu gehört dann aber auch, daß die Beteiligten nicht nur Tools
zur Projektsteuerung sondern auch zur, die praktische Zusammenarbeit unterstützenden
Projektgroupware wie z.B 3P etc. kennen und anwenden können. Um hier die Verständigung
von Gesellschaft zu Gesellschaft zu fördern ist schließlich auch darauf zu achten,
wenige Spezifika zu entwickeln bzw. möglichst allgemeingültige Projektmanagement-
Methoden zum Einsatz zu bringen.
Dynamik mit Projektmangement
Wer Projektmanagement lediglich als eine Technik versteht, die man den Sachbearbeitern
nahebringen sollte, lotet die Möglichkeiten dieser Arbeitsweise nicht aus. Erst wenn sich
alle Beteiligten einschließlich des Managements damit auseinandersetzen, entsteht die
Glaubwürdigkeit, die notwendig ist, um das Projektmangement zu einem
"Transportmittel" für den Wandel zu machen. Das Erlebnis, Dinge organisations-
und hierarchieübergreifend tatsächlich bewegen zu können schafft eine Eigendynamik,
welche bei richtiger Orientierung wesentlich zur Aktions- und Reaktionsgeschwindigkeit des
Unternehmens beiträgt. So betrachtet hat die Investition in Projektmangementkompetenz
eine hohe "Rentabilität".