EinführungDie Beratung in
Innovationsprozessen zeigt, daß es menschlich nicht immer einfach ist mit den Risiken und
Unsicherheiten einer Neuentwicklung fertig zu werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn
Mißerfolge oder Fehlschläge zu verkraften sind. Mitarbeiter und Management von Forschung
und Entwicklung brauchen daher eine hohe Frustrationstoleranz. Diese ist jedoch im
betriebswirtschaftlichen Umfeld von F & E nicht immer gegeben, was unweigerlich zu
Spannungen und Reibungsverlusten führt.
Menschliche Fehlhaltungen führen dann häufig zu innovationsblockierenden
Verhaltensweisen, die ein schnelles Lernen verhindern. Schaut man hinter die Bühne, sind
diese Fehlhaltungen nicht selten durch Ängste ausgelöst, die wiederum im betrieblichen
Zusammenspiel weitere Ängste auslösen. Ein Teufelskreis beginnt zu drehen, der zur
Lähmung der Innovationskraft führt.
Dabei wollen wir die Angst als ein Gefühl (oder Spannungszustand) verstehen, daß
immer dort auftritt, wo wir uns in Situationen befinden, denen wir nicht, noch nicht, oder
nicht mehr gewachsen sind (1).
Im Prozeß der Entwicklung neuer Produkte gibt es für die Beteiligten jede Menge dieser
Situationen. Werden diese nicht bewältigt, ist dies sofort am Ergebnis sichtbar, es kommt
kein erfolgreiches Produkt zum Kunden.
Wir wollen uns im folgenden mit Ängsten auseinandersetzen, die die innovative Kraft
blockieren und Ansätze zum Umgang mit der Angst aufzeigen. Dabei sind wir uns bewußt,
daß das Thema Angst selbst angstbesetzt ist, Gespräche über Ängste als unmännlich,
Inkompetenz signalisierend gelten und häufig als Tabuthema blockiert werden.
1 Fehlverhalten im Umgang mit Wandel und Unsicherheit
An einem Beispiel wollen wir den Zusammenhang zwischen Fehlhaltungen/ -verhalten und
bewirkten Ängsten aufzeigen.
Aus der Zeit der Verkäufermärkte entstammt das Verhalten, durch Druck in der
Organisation feste Vorhersagen über neue Produkte und deren Rentabilität zu erhalten.
Es wird quasi vollkommene Information unterstellt (Fehlhaltung). Neuproduktentscheidungen
in Käufermärkten sind dagegen Entscheidungen auf der Basis schlechtstrukturierten und
unvollkommenen Wissens. Das heißt z. B., daß die Bedürfnisse der Käufer in der Zukunft
nur unsicher vorhergesagt werden können (market pull), daß der technologische Wandel
(technology push) das Produkt schon im Entwicklungsprozeß veralten läßt und
experimentierfreudige Regierungen die Umfeldbedingungen während der Entwicklung ändern
(society demand). Eine Situation in der nur der Wandel das Verläßliche ist.
Unvollkommende Information, Unsicherheit, Unüberschaubarkeit, Vernetztheit, hohe
Dynamik und hohes Risiko überfordern den Einzelnen und die funktionale Organisation
sichere Vorhersagen machen zu können.
Auch mit Mathematik läßt sich die Unsicherheit aus der Innovationsentscheidung nicht
eliminieren.
Es ist daher eine gefährliche Illusion, sich auf unter Druck eingeforderte Vorhersagen zu
verlassen und diese wie sichere Daten in der Wirtschaftlichkeitsberechnung zu behandeln.
Wie kann es zu einem solchen Verhalten in der Organisation kommen, wo doch dem gesunden
Menschenverstand klar ist, daß es in schlechtstrukturierten Situationen keine sicheren
Vorhersagen geben kann?
In unserem kleinen Beispiel wurden verschiedene Fehlhaltungen im Umgang mit Wandel und
Unsicherheit offenbar
- Auf strategischer Ebene die Fehlhaltung, aus Ängsten Neuproduktentscheidungen wie eine
Investition unter Sicherheit zu behandeln und aufgrund von Machtbeziehungen Sicherheit
durch Informationen von Mitarbeitern auf operativer Ebene zu fordern, die es nicht geben
kann.
- Auf operativer Ebene die Fehlhaltungen, aus Ängsten dem Druck und Wünschen
hierarchisch höherer Ebenen nachzukommen, feste Vorhersagen zu machen, obwohl die
Datenqualität für Glaubwürdigkeit nicht vorliegt.
- Häufig haben dann die nicht einhaltbaren Vorhersagen auf strategischer als auch
operativer Ebene aufgrund anderer Fehlhaltungen negative Konsequenzen zur Folge.
Wandel und Unsicherheit im Innovationsprozeß erfordern intime Kenntnis und
Aufmerksamkeit auf allen Ebenen des Unternehmens. Es sind hier Verhaltensweisen, Methoden
und Organisationsstrukturen erforderlich, die nicht Ängste provozieren, sondern die
lustvolle Auseinandersetzung fördern, Wandel, Unsicherheit und die damit verbundenen
Lebensängste als Chance erleben zu lernen.
2 Geäußerte Ängste in Entscheidungsprozessen
Unabhängig von Definitionen der Psychologie wollen wir zunächst das aufspüren, was
von Beteiligten in Innovationsprozessen selbst als Angst bezeichnet, bzw. erlebt wird. Aus
einer nicht repräsentativen Analyse von Innovationsfällen verschiedener Unternehmen
ergaben sich folgende Aussagen, die wir grob in drei Kategorien einteilen können:
| Konfliktängste |
(Unbehagen vor Auseinandersetzungen) |
| Versagensängste |
(Unbehagen vor dem eigenen u. fremden Unvermögen) |
| Verlustängste |
(Unbehagen vor dem Verlust von Besitzständen und potentiellen
Entwicklungsmöglichkeiten) |
2.1 Konfliktängste
Mit Konfliktängsten bezeichnen wir dabei die Angstgefühle, die die Mitarbeiter und
Manager in der direkten Auseinandersetzung mit der Unsicherheit und dem Wandel erleben.
Dabei treten Angstgefühle sowohl als Begleitung intraindividueller Auseinandersetzungen
auf, als auch in der Auseinandersetzung in der eigenen Organisation, bzw. in der
Auseinandersetzung mit der "feindlichen Umwelt" (Abb. 2).
Konfliktängste:
z. B.:
Intraindividuelle Konfliktängste:
Ängste vor
- dem Unbekannten
- der Komplexität (Informationsüberlastung)
- Unsicherheit, nicht kalkulierbarem Risiko
- Vorhersagen und dem Umgang damit
- der Wahl riskanter Alternativen/Projekte
- der Wahl zwischen richtigen und richtigen Alternativen
- Selbstreflektion
Konfliktängste, sich in der Organisation zu behaupten:
Ängste vor
- dem Fallenlassen altbewährter Paradigmen
- dem Brechen von Tabus, z.B. Fehlschläge öffentlich (im Unternehmen) zu besprechen
- dem Umgang mit der Hierarchie
- der Konfrontation mit den Konsequenzen einer Fehlentscheidung
- der Situation, zur Rechenschaft gezogen zu werden
- dem Setzen von Zielen und Prioritäten
- dem Einfordern von Zielen, Strategien und Prioritäten
- der Durchsetzung unpopulärer Entscheidungen, Prozesse, Konzepte
- der Situation, ein "U-Boot" (geheimes, zukunftweisendes Projekt) zum
öffentlichen "Schnellboot" zu machen
- der Selbstbehauptung der eigenen Kernkompetenzen bei einem Merger
- der Anpassung an neue Organisationsstrukturen
Konfliktängste im Umgang mit der sich wandelnden Umwelt
Ängste vor
- Auseinandersetzung mit dem Wettbewerb (Leistungs-, Prozeß- und
Wertschöp-fungswettbewerb)
- der Auseinandersetzung mit Bedürfnissen, der Bedürfnisveränderung des Kunden
- Emotionen, Zusatzbedürfnissen des Kunden
- dem Agieren in Märkten, in denen die Spielregeln noch nicht geklärt sind
- neuen Strukturen, Umgebungen, Kulturen
- der Auseinandersetzung mit aggressiven Medien
- der Auseinandersetzung mit politischen Interessengruppen
2.2 Versagensängste
Die Auseinandersetzung mit Unsicherheit und Wandel im Verhältnis zu neuen Produkten
erfordert Planung, Entscheidung und Handeln unter Risiko und Zeitdruck. Aufgrund des
Bewußtseins, Fehler und Fehlschläge verursachen zu können und der damit verbundenen
Verantwortungsübernahme, ergibt sich die zweite Kategorie von Angstgefühlen.
Je nachdem, wie hoch das eigene Anspruchsniveau gesetzt, welche Annahmen über das Ausmaß
von Fehlern, Fehlschlägen, Eingriffen der Hierarchie und die Art des Feedbacks bestehen
und wie sensibel auf den realen Eintritt reagiert wird, kann es zu Angstgefühlen zu
"Versagen"bzw. versagt zu haben kommen (Abb. 3). Zu starke Versagensängste
führen zu Handlungsblockaden, so daß Mitarbeiter und Manager unter ihren Möglichkeiten
in einer Streßsituation bleiben.
Versagensängste:
z. B.:
Versagensängste, neue Fertigkeiten/Rollen noch nicht angemessen zeigen zu können
Ängste vor
- den Anforderungen echter Führung / Moderation
- der Handhabung von Revier- u. Teamkonflikten
- Affekten, Emotionen, Leidenschaften, Nähe zu Menschen
- der Handlung "nein" zu sagen, durchzugreifen
- der Einflußnahme bzw. dem Eingreifen von Kollegen, Rivalen, Piraten und der Hierarchie
- wichtigen Präsentationen und der Durchführung schwieriger Sitzungen (z. B. Kick
off-meeting)
- dem Verlust der Situationskontrolle, Eigenkontrolle und der inneren Ruhe
- echtem Feedback in Bezug auf das Führungsverhalten
- der Zuhilfenahme von Moderations- u. Coachingmaßnahmen
- dem eigenen Erfolg
Versagensängste, unsichere Entwicklungsprozesse noch nicht angemessen steuern zu
können
Ängste vor
- der Nichteinhaltung geplanter Entwicklungs-, Zukaufs-, Fertigungs- bzw.
Markteinführungszeitpunkte
- dem Abbruch eines wichtigen Projekts
- Niederlagen in internen Produkt- bzw. Technologiearenen
- dem Verschlafen von Frühwarnsignalen kritischer Entwicklungen
- der Situation, "Erster" im Markt zu sein, z.B. zu früh
- dem Flop bei der Markteinführung
- der Niederlage, den geplanten Marktanteil nicht zu erreichen
- der Übernahme echter Verantwortung über Produkte, Personen, Ressourcen, Organisationen
- der Überforderung, mit der Komplexität nicht fertig zu werden
- der Diversifikation in neue Märkte
2.3 Verlustängste
Es spricht für Intelligenz, die Folgen zukünftiger Handlungen zu durchdenken. In
bürokratischen Organisationsformen besteht jedoch häufig die Neigung, Fehler und
Fehlschläge ohne Aufarbeitung zu sanktionieren. Auf bestimmten Ebenen werden dann u. U.
Sündenbockspiele gespielt, die den "Eigentümer" des Fehlschlags an den Pranger
stellen und seiner Besitzstände berauben. Diese Fehlhaltung führt zur dritten Kategorie
der Angstgefühle.
Mitarbeiter und Manager werden die Folgen riskanter Handlungen für Ihre Besitzstände und
ihre Karriereentwicklung abwägen.
Je größer die wahrgenommen Verluste und der dem Verlust zugeschriebene Schmerz, um so
größer ist die Verlustangst, die eine Handlung begleitet, oder nach ihr in Erwartung der
Konsequenzen auftritt.
Beispielsweise stellen wir bei der Begleitung von Bewertungsprozessen von
Neuproduktalternativen häufig fest, daß je größer die Verlustängste der Beteiligten
sind, sich umso größer ihre Neigung entwickelt, sich in harmlose, leicht umzusetzende
Produktverbesserungen zu flüchten, als riskante aber attraktive Produktinnovationen zu
wählen (Abb. 4). So kann es dazu kommen, daß die Fehlhaltung "Kurzfristiges
persönliches Besitzstandsdenken" die Zukunftschancen im Markt verspielt.
Verlustängste:
z. B.:
Ängste vor
- Kompetenzverlust (z.B. Verlust von Unabhängigkeitsspielräumen)
- Statusverlust
- Imageverlust
- Gesichtsverlust
- dem Verlust der Solidarität der Kollegen
- dem Verlust der Harmonie im Team
- dem Verlust von Aufstiegschancen
- dem Verlust der Unterstützung, Förderung und Zuwendung von Vorgesetzten, Mentoren,
Machtpromotoren
- der Situation, allgemein in Ungenade zu fallen und kaltgestellt zu werden (side step
Variante)
- dem Verlust von Spielzeugen
- dem Verlust des Arbeitsplatzes
3 Reifer Umgang mit Angstgefühlen
Die Fülle der genannten Situationen überrascht nicht, wenn wir uns die
Eingangsdefinition ins Gedächtnis zurückrufen.
Angst wurde als ein Gefühl verstanden, das Entwicklungsschritte begleitet, die uns in
neue innere und äußere Situationen führen, die wir nicht kennen, und in denen wir uns
noch nicht erlebt haben. Angst als begleitendes Gefühl ist ein emotionales Signal, das
uns vor Gefahren warnt. Es ist eine normale Reaktion und gehört zu unserem Leben. Nur
wird sie subjektiv unterschiedlich erlebt.
Im Umgang mit Unsicherheit und Wandel in Innovationsprozessen ist die Wahrnehmung von
Angst von der Persönlichkeitsstruktur, der Lebensgeschichte, den Arbeits- und
Führungsprozessen, der Organisationsform und der Unternehmenskultur beeinflußt.
Größtenteils ist die Wahrnehmung von Angst das Ergebnis von Lernprozessen. Deshalb ist
es wichtig zu überprüfen:
- Welche Glaubenssysteme (Paradigmen), die Angst einflößen, wurden uns gelehrt, um uns
zu steuern?
- Welche Glaubenssysteme, die Ängste produzieren, sind bequem, um uns selbst zu steuern
(der eigene Handlungskäfig)?
- Welche Glaubenssysteme führen nun in uns ein nichtreflektiertes Eigenleben, das
Fehlhaltungen produziert?
Welche Konsequenzen sind aus diesen Erkenntnissen zu ziehen?
Wenn Fehlhaltungen aus Ängsten gelernt sind und im betrieblichen Zusammenspiel wieder
Ängste erzeugen, die in Innovationsprozessen entwicklungshemmend sind, dann müssen sich
Mitarbeiter und Manager davon befreien, bzw. darauf Einfluß nehmen. Es muß ein
gemeinsames Umlernen stattfinden. Dies gilt sowohl für die Fehlhaltungen als auch für
die Ängste. Die Fehlhaltungen können dabei individueller, organisatorischer und
politischer Natur sein.
Für einen reifen Umgang mit den in Kapitel 2 geäußerten Ängsten, sehen wir im
wesentlichen drei Ansatzpunkte:
3.1 Einflußnahme durch mentale Selbstorganisation
Hierzu gehört z.B.:
- seine Einstellungen und Haltungen gegenüber Unsicherheit und Wandel und die damit
verbundenen Ängste zu überprüfen
- Angst als normal und als emotionales Gefahrensignal zum Leben dazugehörig zu betrachten
und sich in seinen Ängsten anzunehmen
- Aktivierung von Gegenkräften zur Angst, um wieder ins Gleichgewicht zurückzukehren.
Seelische Gegenkräfte zur Angst sind: Mut, Selbstvertrauen, Erkenntnis, Macht, Hoffnung,
Demut, Glaube und Liebe.
- Rationale, reife Auseinandersetzung mit der Angstsituation durch selbstgesteuerte
Lernprozesse
Arbeitsschritte:
1 Situationsanalyse
2 Identifikation von Angstauslösern
3 Verstehen der Angstauslöser (Gefahren- und Fehlhaltungen)
4 Mitteilung der Angstauslöser an Vertrauenspersonen
5 Einfordern von Verständnis und Unterstützung
6 Gefährdung richtig einschätzen
7 angemessene Maßnahmen suchen und durchführen
- Nutzung emotionaler Methoden zur Desensibilisierung, z. B.: eigene Ängste auslachen
- Nutzung von Methoden, Unsicherheit und Wandel vorwegzunehmen und aktiv auf die Zukunft
Einfluß zu nehmen
z. B.: durch Szenariotechnik, Delphi-Methode, Zukunftswerkstätten mit Kunden, Methoden
der Komplexitätsreduktion, worst case Simulationen und Aufbau von Rückzugspositionen
3.2 Coaching, Training und Therapie
Fehlhaltungen und die sie begleitenden Ängste in Innovationsprozessen sind komplex. Um
in Leistungs-, Prozeß-, und Wertschöpfungswettbewerb erfolgreich mit ihnen umzugehen,
ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung einzusetzen. Über die Vertrauens- und
Erfahrungsbasis zum internen oder externen Coach kann ein schnelleres, produktives
Hereinwachsen in neue Situationen geboten werden.
Die Wissenschaft des Innovationsmanagements ist noch jung. Trainingsseminare können
wettbewerbsfähige Prozeßstrukturen und "Denkkarten" erfolgreicher
Produktinnovation vermitteln und einüben. Das gleiche gilt natürlich für alle
Verhaltenstrainings, die die Selbstbehauptung in der Organisation und der Umwelt angehen.
Erfolgreich sind diese Trainings jedoch nur dann, wenn Mitarbeiter und Manager sich für
ein lebenslanges Lernen öffnen und aus dem Training heraus beschließen, ihr eigener
Trainer zu werden.
Durch Ausnahmesituationen im Markt oder im Unternehmen können die Toleranzgrenzen für
Intensität und Dauer von Angstgefühlen überschritten werden. In diesen Fällen kann es
zu Symptombildungen, Panikreaktionen, Kurzschlußhandlungen und Neurosen kommen.
Therapeutische Hilfe ist dann angebracht.
3.3 Lernende Organisation als Basis mutiger Produkterfolge
Um mutige Produkterfolge in unsicheren, dynamischen Märkten zu erzielen, ist mit
angstauslösenden, entwicklungshemmenden Paradigmen zu brechen, denn eine
"Nullfehlerkultur" führt im Innovationsumfeld häufig zu einer
"Nullbockkultur".
Organisationsprinzipien und Verhaltensweisen der lernenden Organisation können helfen,
bürokratische Strukturen aufzubrechen, um innovative Energien zu entfalten, die es
erlauben, die Führerschaft in unsicheren, dynamischen Märkten zu übernehmen.
Sieben zu organisierende Lernkreise (2) unterstützen, mit Fehlhaltungen und Ängsten im
Innovationsprozeß umzugehen:
- Steuerungskreis für Zukunftsprojekte
- Gespann aus Projektleiter und Machtpromotor
- Gespann aus Projektleiter und Coach
- Projektteam
- Lernkreis der Reviervorgesetzten, die Mitarbeiter ins Projektteam delegieren
- Projektteam und Kunde
- Projektleiter und -teammitglieder im Erfahrungsaustausch
In diesen Lernkreisen ist eine Innovationskultur erforderlich, die mit
angstauslösenden Fehlhaltungen aufräumt, die zu Konflikt-, Versagens- und
Verlustängsten führen.
Zusammenfassung
Menschliche Fehlhaltungen gegenüber Unsicherheit und Wandel führen häufig zu
innovationsblockierenden Verhaltensweisen, die ein schnelles Lernen verhindern. Nicht
selten sind diese Fehlhaltungen durch Ängste ausgelöst, die im betrieblichen
Zusammenspiel weitere Ängste auslösen. Ein Teufelskreis beginnt zu drehen, der zur
Lähmung der Innovationskraft führt. Mitarbeiter und Manager müssen diese Zusammenhänge
durchschauen und gegensteuern. Aus der Coaching- und Beratungspraxis werden drei
Kategorien von Ängsten herausgearbeitet (Konflikt-,Versagens- und Verlustängste) und
Ansatzpunkte zur erfolgreichen Bewältigung der Fehlhaltungen und Ängste aufgezeigt.
Quellen:
(1) Vgl. Riemann, Fritz: Grundformen der Angst,München Basel 1978, S.9
(2) Vgl. Weinreich Herbert: TPM Teamorientiertes Projektmanagement, in Vorbereitung
Erschienen als Artikel in der Zeitschrift "eco" 5/99