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Eckart Morat

ZfU-Faculty: Selbst- und Leistungskompetenz
Fachbereich Selbst- und Leistungskompetenz
Lehrauftrag für Zeitmanagement

Jahrgang 1946, Managementberater, trainiert und berät zum Thema «Unternehmensentwicklung».

 

Abenteuer Verkauf - oder: die Geschichte vom Waldarbeiter

Die Welt hat sich verändert, und gerade in der täglichen Praxis des Wirtschaftslebens macht sich dies drastisch bemerkbar. Der Sprung vom Industrie- ins Informationszeitalter ist nahezu vollzogen. Die elektronischen Kommunikationsmedien lösen Bewährtes ab; es scheint, als ob sich die Welt immer schneller drehe.

Die alten demografischen Strukturen sind aufgelöst, und "Frau Direktor" scheut sich heute nicht mehr, nach dem Einkauf beim Juwelier noch schnell beim Discounter vorbeizuschauen, um den Kofferraum der Luxuskarrosse mit Dingen des täglichen Bedarfs zu füllen. Wenig beratungsintensive Produkte werden immer stärker über alternative Vermarktungsschienen (z.B. Internet) gekauft, während die Ansprüche an Verkäufer aus dem High-Level-Bereich steigen.

In solchen Situationen lohnt es sich, innezuhalten, nachzudenken und Zwischenbilanz zu ziehen. Was war bisher, was wird die Zukunft bringen, und wie kann ich mich den immer rascher auftretenden Veränderungen stellen oder gar anpassen?

Wenn Sie im Verkauf von beratungsintensiven Produkten oder Dienstleistungen tätig sind, stellen sich Ihnen folgende Fragen:

  • Empfinde ich meinen Beruf als Erfüllung, oder dient er lediglich zum Brötchen Verdienen?
  • Stehe ich hinter meinem Produkt/meiner Dienstleistung?
  • Gelingt es mir, diejenigen Kunden anzusprechen, die zur Strategie des Unternehmens passen (ein Löwe fängt keine Mäuse, sondern Büffel!)?
  • Mit welchen Argumenten kann ich das Profil meines Unternehmens schärfen?
  • Kenne ich den Grad der Wertschätzung, den mein Kunde mir und meinem Unternehmen entgegenbringt?
  • Kann ich unbefangen meine Preise nennen, ohne dabei innerlich "die Luft anzuhalten"?
  • Kann ich bei Preisgesprächen wie aus der Pistole geschossen zusätzliche Nutzen-Argumente liefern, die den Kunden überzeugen?
  • Welche Argumente habe ich parat, wenn der Kunde bei Verhandlungen seine Standard-Einwände bringt?
  • Wie schaffe ich es, dass er sein Gesicht wahrt, damit es zwei Gewinner und nicht einen Sieger und einen Verlierer gibt (Win-Win-Situation)?
    Welchen Stellenwert hat in meinem Unternehmen der Kaizen-Gedanke, und wie geht man mit meinen gut gemeinten Verbesserungsvorschlägen um? Werden sie realisiert, oder empfindet man meine Kundenorientierung eher als lästige Spinnerei?
  • Verfüge ich über genügend Sozialkompetenz, um auch schwierige Situationen elegant und diplomatisch zu meistern?
  • Bereite ich mich systematisch (am besten schriftlich) auf anspruchsvolle Gespräche vor, und kenne ich meinen Verhandlungsspielraum?
  • Lässt man mir ausreichend Eigenverantwortung, oder muss ich wegen jeder Kleinigkeit nachfragen?
  • Kann ich bei unrentablen Aufträgen auch mal dem Wettbewerb den Vortritt lassen (Rentabilität geht vor Umsatz!)?
  • Kenne ich meine Selbstmotivations- und Selbststeuerungsprozesse, und wie steht es mit meinem Selbstmanagement und meiner Selbstorganisation?
  • Bin ich zuverlässig und beharrlich?
  • Arbeite ich so, dass auch noch Zeit für regeneratives Privatleben bleibt?
  • Womit lade ich meine Batterien immer wieder so auf, dass mir meine Motivation und meine Arbeitsfreude erhalten bleibt?

Sie haben es gemerkt: ohne Impulse, die nur durch Profis von aussen kommen können, verstricken Sie sich zu schnell im Gestrüpp des Tagesgeschäftes. Die Halbwertzeit des Wissens für ein Universitätsstudium beträgt heute ca. fünf Jahre. Spätestens dann müssen Sie beginnen, Ihr Wissen wieder aufzufrischen. Im Berufsleben ist diese Zahl weit dramatischer! Auf Dauer werden Sie ohne ausreichend aktuelles Handwerkszeug nicht weit kommen.

Sonst geht es Ihnen wie jenem Waldarbeiter, der sich mit einer stumpfen Säge beim Bäume Fällen abplagt und auf die Frage eines erstaunten Spaziergängers, warum er nicht zuerst einmal seine Säge schärfe, völlig erschöpft antwortet: "Sie sehen doch, ich habe keine Zeit, ich muss Bäume fällen!"

Also - wann schärfen Sie Ihre Säge?


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