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Christian Larsen
ZfU-Faculty: Selbst- und Leistungskompetenz Fachbereich Persönlichkeitsentwicklung Lehrauftrag für Life Balancing
Christian Larsen bewegt, ist in Bewegung und studiert Bewegungsabläufe. Der Arzt, Forscher und Schriftsteller ist Direktor des medizinisch therapeutischen Instituts für Spiraldynamik an der Privatklinik Bethanien. |
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Erfolg durch Bewegung |
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Zahlreiche Jahre hat Christian Larsen im Ausland gelebt,
geforscht und gearbeitet, unter anderem in Japan, Alaska,
China, Indien, Tibet, Neuseeland, der Sahara und im
Himalaja. Er hat nicht nur jahrelang in die Forschung
der menschlichen Bewegungsabläufe investiert, sondern
auch an zwei Überlebenstrainings im Hochschwarzwald
und im Transhimalaja seine eigenen Grenzen erforscht.
Dr. med. Christian Larsen ist 45-jährig, Vater
von Zwillingsmädchen und Direktor des medizinisch
therapeutischen Instituts für Spiraldynamik an
der Privatklinik Bethanien.
Christian Larsen, wer sind Sie?
Ich wurde 1956 in Basel geboren und bin dort aufgewachsen.
Bereits als 3-Jähriger wusste ich, dass ich Arzt
werden wollte. Das motivierte mich so stark, dass ich
während der Schulzeit nie Mühe hatte. Ein
Jahr vor der Matura beschloss ich, für ein Jahr
nach Indien zu gehen. Nach der Rückkehr war ich
so motiviert, dass ich mit der zweitbesten Matura des
Gymnasiums abschloss. Danach habe ich in Basel mit dem
Medizinstudium angefangen.
Was hat Sie nach Indien gebracht?
Das war eigentlich mehr ein Zufall. Ich wollte in die
USA, was dann aber nicht
geklappt hat. So schloss ich mich einer Studiengruppe
an, die auf dem Landweg nach Indien reiste.
Wie haben Sie Indien erlebt?
Ich habe mit meinen 18 Jahren Sachen gesehen und erlebt,
die man sich gar nicht vorstellen kann. Mir ist bewusst
geworden, dass das Leben nicht nur so ist, wie ich es
in der Schweiz bis anhin erlebt hatte. Dann hat sich
dieses Jahr aber so positiv auf meine Lernmotivation
ausgewirkt, dass ich beschloss, auch in Zukunft «Breaks»
im Ausland zu machen.
Folglich sind Sie auch danach viel gereist?
Ja, ich war insgesamt fünf Jahre im Ausland. Bereits
zwei Jahre nach Beginn meines Studiums ging ich für
ein Jahr nach Japan und habe dort Aikido, eine Art Kampfsport
bzw. richtigerweise eine Friedenkunst gelernt. Nebenbei
habe ich Japanisch gelernt. Danach war ich ein halbes
Jahr in China - Akupunkturstudium in Shanghai. In den
Himalaja ging ich, um das Nebeneinander von traditioneller
tibetanischer Medizin und Schulmedizin zu erforschen.
Die Studienprojekte wurden von der Universität
Basel unterstützt. Ich habe auch in Afrika, Neuseeland
und Alaska gelebt, dort zusammen mit Eskimos, was ebenfalls
eine sehr eindrückliche Erfahrung war.
Sie haben also vorwiegend Studienreisen gemacht?
Ja, ich habe immer mindestens ein halbes Jahr an einem
Ort gelebt und mich dort meinen drei Themen Mensch,
Bewegung und Medizin gewidmet.
Wie ist Ihre berufliche Karriere verlaufen?
Ich habe als Assistenzarzt in den Fächern Medizin,
Chirurgie und Kinderheilkunde gearbeitet. Im Kinderspital
Bern wollte ich eine klassische Spitallaufbahn in Angriff
nehmen. Es kam anders. Mein Lebensthema «Bewegung»,
das ich über zehn Jahre erforscht hatte, gewann
die Überhand. Ich stellte fest, dass niemand über
die Grundprinzipien menschlicher Bewegungskoordination
so richtig Bescheid wusste und schloss mich einer interdisziplinären
Fachgruppe an, welche sich mit diesem Thema vertieft
auseinandergesetzt hat.
Was genau wurde erforscht?
Wir wollten die Gesamtzusammenhänge der Bewegung
erforschen. Es interessierte uns, wie Natur und Evolution
das Zusammenspiel von Muskeln, Gelenken und Nerven entwickelt
und organisiert haben. Daraus sind die grundlegenden
Modelle und Erkenntnisse der Spiraldynamik entstanden.
Vor rund acht Jahren habe ich dann mit Partnern eine
Firma gegründet, um diese Erkenntnisse umzusetzen
und weiterzugeben.
Und was kann man sich als Laie unter Spiraldynamik
vorstellen?
Die Spiraldynamik wird heute in drei Bereichen eingesetzt:
im medizinisch-therapeutischen, im pädagogischen
und im Leistungssport. Sie fängt dort an, wo die
Schulmedizin aufhört. Wenn ein Mensch Probleme
mit den Knien hat, diagnostiziert die klassische Schulmedizin
einen Riss im Meniskus und die notwendige Behandlungsmethode
zur Behebung. Die Zielsetzung der Spiraldynamik ist
es herauszufinden, wieso der Defekt entstanden ist und
zwar durch funktionelle Analyse falscher Bewegungsabläufe.
Danach bringen wir unseren Patienten unter Anleitung
kompetenter Therapeutinnen bei, sich richtig zu bewegen.
So kann der entstandene Schaden begrenzt oder behoben
werden. Patienten leuchtet das spontan ein. Wir haben
verblüffende Erfolge ohne operative Eingriffe erzielt.
Das hört sich sehr ungewöhnlich an!
Ja, denn es ist ein absolut neues Konzept, welches anatomisch
begründet und durch Erfahrung abgestützt ist.
Naturprinzipien und Eigenverantwortung des Patienten
bilden das Fundament. Gesundheitsförderung durch
Bewegungsintelligenz.
Sie haben selber in Ihrem Leben viel gelernt
und sind offenbar sehr zielstrebig.
Ja und nein. Ich habe in meinem Leben viele Dinge gelernt,
ohne im Moment genau zu wissen, wieso und wozu. Inzwischen
weiss ich, dass ich intuitiv viele Sachen gelernt habe,
die heute wie ein Puzzlespiel zusammenpassen.
Sie sind ein sehr erfolgreicher Mensch. Ihr
Erfolgsgeheimnis?
Ich denke, das Wichtigste ist, dass ich alles was ich
mache aus Überzeugung und hundertprozentig mache.
Dann habe ich eine Nase für das Wesentliche und
gehe Aufgaben sehr strukturiert an. Zuerst erstelle
ich eine Analyse, entweder alleine oder zusammen mit
Profis. Gerade im Zeitalter der Spezialisierung ist
es wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen und
zu merken, wann ein Team mehr zustande bringt als der
Einzelne. Und so ist die Kombination einer gelebten
Vision, mit dem Gefühl für das Wesentliche
und einer strukturierten Vorgehensweise sicher eine
erfolgversprechende Mischung.
Sind Sie ein ehrgeiziger Mensch?
Schwierig, spontan würde ich Nein sagen. Ich möchte
nie etwas um jeden Preis erreichen. Er hört sich
ein bisschen komisch an, aber ich liebe das Leben und
andere Menschen. Ich denke, das ist meine tragende Motivation.
Hinzu kommt noch eine gewisse Strenge und Konsequenz.
In diesem Sinne bin ich vielleicht ehrgeizig.
Und wie steht es mit der Zielstrebigkeit?
Wenn ich mir eine Aufgabe gestellt habe und kreativ
nach effizienten Lösungen suche, bin ich zielstrebig
wie ein Spürhund. Ich kann das vielleicht am Beispiel
aufzeigen, wie ich die japanischen Schriftzeichen erlernt
habe. In Japan konnte ich mich bereits nach ein paar
Monaten gut unterhalten. Auch die ersten dreihundert
Schriftzeichen habe ich auswendig gelernt. Nach zwei
Wochen Ferien merkte ich, dass ich einen Grossteil der
abstrakten Zeichen wieder vergessen hatte. Im ersten
Moment hielt ich mich für dumm oder ungeduldig,
denn immerhin gehen japanische Kinder zehn Jahre in
die Schule, um die Schrift zu lernen. Zufällig
habe ich dann ein Buch entdeckt, in welchem erklärt
wurde, dass rund zehn bis fünfzehn Prozent aller
Zeichen in ihren Ursprüngen logisch erklärbar
sind. Nach einem Prinzip lassen sich alle Zeichen in
rund fünfzig Grundzeichen zerlegen. Um diese Grundzeichen
muss man dann nur noch eine Geschichte machen. Nach
diesem Prinzip konnte ich in wenigen Monaten zweitausend
Zeichen lernen und behalten.
Sie haben offenbar eine Lernstrategie?
Ja, ich habe für mich immer erfolgreiche Strategien
gesucht und gefunden. In erster Linie geht es mir darum,
etwas ohne grossen Aufwand, gut und in nützlicher
Frist zu lernen. Und so versuche ich immer zuerst das
Prinzip einer Sache zu begreifen. Wenn ich dieses dann
begriffen habe, übe ich täglich, nur kurz,
aber mit aller Konsequenz.
Was machen Sie in zehn Jahren?
Im Moment arbeite ich als Arzt in der Klinik. Daneben
bin ich Forscher, Unternehmer, Lehrer, Fachexperte,
Schriftsteller und Familienvater. Das sind Betätigungsfelder
und Aspekte einer zugrundeliegenden Vision, von der
ich nie genau weiss, wo sie mich hinführen wird.
Welches ist Ihre Vision?
Ich möchte Menschen helfen, körperliche Probleme
möglichst ohne Operationen und ohne Medikamente
zu lösen. Gesundheitsförderung durch Freude
an richtiger Bewegung. Der Mensch bearbeitet seinen
Körper zeitlebens wie ein Bildhauer, nur verwendet
er Bewegung und Bewusstsein statt Hammer und Meissel.
Sich wohl fühlen und gut aussehen, genau darum
gehts. Menschen, die sich in ihrem Körper wohl
und frei fühlen, gehen selbstbewusster durchs Leben.
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