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Klaus Thomas

Program Director Executive Program, Gartner, Frankfurt

 

Die Informationsverarbeitung ? Strategische Ressource oder Kostenfaktor?

Veränderte Aufgaben des IS-Bereichs
Die Ziele des IT-Einsatzes haben sich deutlich verlagert: Früher lag der Fokus auf einer effizienten und kostengünstigen Informationsverarbeitung.
Heute und künftig muss die IT vor allem für verbesserte Geschäftsprozesse und eine Steigerung der Endbenutzer-Produktivität sorgen.

Verknüpfung von Geschäfts- und IT-Strategien
Gartner führt jährlich bei den Kunden seines Executive-Programms eine Umfrage durch, welche Geschäftsumfelder die IT beeinflussen und welches die wichtigsten Management- und Technologie-Themen der CIOs sind. Bei der Umfrage 2001 befanden sich unter den Top-10-Management-Themen :

  • Rang 1: Verknüpfung von IS-und Geschäftsstrategien
  • Rang 5: Demonstration der Wertschöpfung des IS-Bereiches

Eine der wichtigsten Aufgaben des IS-Bereichs ist es also, einen nachweisbaren Beitrag zum Erfolg des Geschäftes zu erbringen.

Der Wert der Informationsverarbeitung
Die Wertvorstellungen können sehr unterschiedlich sein und hängen auch von der jeweiligen Wettbewerbslage ab. In einem neuen Markt sind Gewinnung neuer Kunden und Umsatzwachstum die wichtigsten Ziele. In einem etablierten Markt sind gute Kundenbetreuung und Reduzierung der Kosten entscheidend, um wettbewerbsfähig zu sein und eine bessere Rentabilität zu erreichen.
Die Wertvorstellungen sind nicht branchenspezifisch und auch nicht unternehmenseinheitlich. Sie können von Business-Unit zu Business-Unit sogar gegensätzlich sein. Ohne eine Kooperation mit den Geschäftsbereichen kann der IS-Bereich allein keine Werte-Aussage treffen. Die Werteaussagen müssen geschäftsorientiert sein und von den Geschäftsbereichen getragen werden.
Der Stellenwert der IT in einem Unternehmen lässt sich u.a. auch daran ablesen, ob der CIO Mitglied der Geschäftsleitung ist oder ob die IT-Leistungen im Jahresbericht des Unternehmens dargestellt werden.

Methoden zur Messung IT-Wertes
Für die verschiedenen Ebenen haben sich folgende Werkzeuge durchgesetzt:

  • Balanced Scorecards für Strategie und Alignment
  • Benchmarks mit TCO-Analysen für Effizienz und Effektivität der Operation
  • Service Level Agreements für das operative Tagesgeschäft

Die Balanced Scorecard ist ein Rahmenwerk, das Unternehmen hilft, Visionen und Unternehmensstrategien in operative Ziele und Kennzahlen umzusetzen, die Verhalten und Leistung beeinflussen.
Mit IT-Scorecards werden Kennzahlen entwickelt, welche den Beitrag der IT für das Geschäft ausdrücken. Auf der Basis von Geschäftszielen, werden IT-Initiativen definiert, die der Erreichung dieser Geschäftsziele dienen. IT-Scorecards sollen sicherstellen, dass die IT die für das Geschäft notwendigen Initiativen ergreift und die richtigen Arbeiten macht.

Total Cost of Ownership (TCO)
TCO ist eine ganzheitliche Betrachtung der IT-Kosten eines Unternehmens. Ziel der TCO-Analysen ist keine rigorose Reduzierung der Kosten, sondern eine Balance zwischen Nutzen und Kosten herzustellen. Bei gleichem oder höherem Nutzen für den Endbenutzer sollen die Gesamtkosten durch geeignete Massnahmen reduziert werden. Einsparungen sind durch Best Practices quantitativ belegbar.
Fünf Massnahmen sind geeignet, die TCO in den Griff zu bekommen und zu reduzieren:

  • Standardisierung
  • Zentralisierung
  • Support
  • Automatisierung
  • Integrierte Prozesse

Die Informationstechnologie wandelt sich vom Dienstleister zum Geschäftsinnovator.
Effiziente Operation ist selbstverständlich und muss durch geeignete Werkzeuge laufend verifiziert werden. Der Fokus liegt auf dem Nutzen für die Geschäftsbereiche und dem Beitrag zum Geschäftserfolg. Die IT ist Teil des Geschäfts. Die IT - Planung und die Geschäftsplanung müssen integriert erfolgen. Die IT - Leistungen müssen sich an den Geschäftserfordernissen orientieren.


 

 

  • ZfU International Business School
  • Im Park 4 - CH-8800 Thalwil/Zürich
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