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Dr. Daniela Heisig
Daniela Heisig, Dr. phil., Diplom-Psychologin, selbständige Beraterin, Trainerin und Coach. Schwerpunkte: Change Management, Konfliktmanagement, Selbstmanagement. |
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Mein Echo im Beruf: Fremd- und Selbstbestimmung |
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Begegnen uns im Kundenkontakt, bei Besprechungen oder
in Entscheidungssituationen Widerstände oder Konflikte,
so spiegeln diese oft wieder, was wir an uns selbst
noch zu wenig gemanagt haben. Selbstmanagement heisst
aber auch, den Anderen und sich selbst zu achten und
zu würdigen.
Menschen, Gespräche oder Projekte zu führen
heisst in erster Linie: Sich selbst zu führen.
Begegnen uns im Kundenkontakt, bei Besprechungen oder
in Entscheidungssituationen Widerstände oder Konflikte,
so spiegeln diese oft wieder, was wir an uns selbst
noch zu wenig gemanagt haben. Konflikte im Berufsumfeld
helfen somit, uns persönlich weiterzuentwickeln,
um konstruktiver und erfolgreicher zu führen und
zusammenzuarbeiten. Ob wir kommunizieren, Menschen
führen oder Projekte leiten: Unbewusst rufen wir
mit unserer ganzen Persönlichkeit – die
sich in Kleidung, Stimme, kommunikativem Verhalten
und auch in Managementmethoden wiederspiegelt – in
der Arbeitsumgebung ein Echo hervor, das in anderen
Menschen widerhallt. Sie reagieren auf dieses Echo
und spiegeln uns in ihrem Verhalten eigene Resonanzen
wieder. Der Umgang mit diesen Echoprozessen entscheidet
darüber, ob wir Konflikte konstruktiv bewältigen
können. Nehmen wir Entwicklungen nicht auf uns,
obwohl sie anstehen, werden sie oft von der Situation
oder dem Umfeld für uns „erledigt“ – selten
jedoch in dem von uns gewünschten „Echo-Sinne“.
Sich selbst managen
Einfacher, als jemand anders zu ändern ist es,
sich selbst zu ändern – denn in der eigenen
Person liegt der Schlüssel, um selbstbestimmt
statt fremdbestimmt zu handeln und die eigenen Einflussmöglichkeiten
wahrzunehmen. Der Fokus wird wegverlegt von Zwängen
und Notwendigkeiten hin zum Bewusstsein, jede Situation
konstruktiv gestalten und beeinflussen zu können.
Insofern ist mit Selbstmanagement die Fähigkeit
angesprochen, sich selbst steuern und beeinflussen
zu können. Selbstmanagement heisst aber auch,
den Anderen und sich selbst zu achten und zu würdigen.
Die Eckpfeiler der Selbstverantwortung sind:
1. Commitment leben
Oft reiben Menschen sich an Dingen auf, die sie nicht ändern
können. Dadurch verlieren sie den Blick für
das, was sie ändern könnten und vergessen,
dass sie – einst – ihre Situation selbst
gewählt haben. Jeder Mensch wählt seine Lebenssituation
im Grunde jeden Tag erneut. Wir wählen, ob wir
die Umstände entweder verändern, sie lieben
lernen, oder, wenn es nicht mehr geht, verlassen. Diese
Form der Selbstbestimmung impliziert einen sehr bewussten
Umgang mit Entscheidungen. Handlungs- und Gestaltungsspielräume
können so neu ausgelotet und entdeckt werden.
Diese selbstverantwortliche Haltung heisst auch Commitment
und meint die Zustimmung und Einwilligung in die eigene
Wahlfreiheit. Wenn ich als Führungskraft diese
Haltung lebe, werden auch meine MitarbeiterInnen ein
anderes Verhalten zeigen.
2. Selbstwertgefühl stärken
In vielen Konfliktsituationen ist das Selbstwertgefühl
angegriffen: Man fühlt sich übergangen, falsch
verstanden, entwertet, minderwertig oder „unter
Wert“ behandelt. Die Folgen eines geringen Selbstwertgefühls
sind oft, dass wir andere Personen entwerten oder uns übertrieben
darstellen. Die Pflege des eigenen Selbstwertgefühls
hilft, Konfliktsituationen besser zu meistern und Menschen
offen und kooperativ zu begegnen. Das Selbstwertgefühl
wird von sechs Säulen getragen: Kann sich das
Selbstwertgefühl auf viele Säulen stützen,
so ist es weniger anfällig für „Schiffbrüche“.
Stützt ein Mensch jedoch seine innere Kraftquelle
nur auf eine Säule (z.B. der Workoholic), kann
er wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, wenn diese Säule
wegbricht. Ein gutes Selbstwertgefühl wirkt sich
auch auf die Bereitschaft aus, eigene Fehler einzugestehen
sowie Fehler als Lernchance und Orientierung zu sehen.
3. Teufelskreise erkennen
Selbstmanagement heisst auch, dass wir kein Opfer der
Umstände sind und anderen Personen – ohnmächtig – ausgeliefert
sind. Im Gegenteil: Wir gestalten die Welt mit und
erkennen, dass nicht die andere Person eben so ist,
wie sie ist, sondern dass das Verhalten einer anderen
Person Teil einer gemeinsamen Beziehungsdynamik ist,
dass Konflikte ein Echo auf unsere Entscheidungen und
unser Handeln sind. Dies fällt leichter, wenn
wir uns verdeutlichen, dass wir durch jeden Konflikt
einen Gewinn erzielen und ungeliebte Situationen z.B.
durch unsere Sturheit aufrechterhalten. So entsteht
ein Teufelskreis.
Nehmen wir die Delegation: Weil wir das Gefühl
brauchen, als Führungskraft die Dinge letztlich
doch besser zu können, delegieren unsere Mitarbeiter
durch qualitativ niedrige Arbeit die Aufgabe und die
Verantwortung an uns zurück. In der Folge delegieren
wir weniger.
4. Klaren Standpunkt einnehmen
Je klarer Menschen ihren eigenen Standpunkt einnehmen,
eine innere Linie entwickeln, nicht nur Ja-Sagen, sondern
ebenso ihre Rechte einfordern, desto ernster werden
sie genommen. Am Beispiel der Zielvereinbarungen erfahren
Führungskräfte dies oft: werden Ziele nur
unklar formuliert, dann ist das Ergebnis unbefriedigend.
Zum klaren Standpunkt gehört auch die Reflexion
der eigenen Rolle: Einerseits möchten Führungskräfte
die Interessen der MitarbeiterInnen nach oben vertreten,
andererseits verstehen sie die Bedenken der Geschäftsführung.
Oft schliessen sich auch die Aufgabe, für Zielerreichung
und Effektivität zu sorgen und die Aufgabe, für
ein gutes Klima und Zusammengehörig-keitsgefühl
zu sorgen, gegenseitig aus.
5. Grenzen ziehen
Im Umgang mit anderen Menschen werden immer wieder
die eigenen Grenzen getestet. Je besser ich diese selbst
kenne, umso klarer werden diese auch von anderen respektiert.
Persönliche Grenzziehung heisst nicht, sich hinter
einer Glaswand zu verstecken. Vielmehr bedeutet es:
- Mut zum Nein-Sagen
- Respekt vor den eigenen Grenzen
- Aushalten von (meist versteckten) Ängsten
- Vertrauen in die eigene Entscheidung und Sichtweise
6. Arbeitskapazität fördern
Kümmern wir uns hauptsächlich um die sowohl
dringenden als auch wichtigen Dinge im Beruf, dann
verkommen wir zur Feuerwehr, die immer dort hinfährt,
wo ein Brand schwelt, sich aber nie den Ursachen widmen
kann. Daher ist es wichtig, sich auf langfristige Aufgaben
zu konzentrieren, und zwar vorrangig auf das, was wichtig
aber wenig dringlich ist. So können wir Krisen
vorbeugen und unsere eigene Arbeitsfähigkeit langfristig
fördern. Es geht also weniger darum, Zeit zu managen,
sondern darum, uns selbst zu steuern. Von vornherein
verhindern wir so, dass eine Situation sich überhaupt
zu einer Krise entwickelt. Wir setzen nicht Prioritäten
für das, was auf dem Terminplan steht, sondern
wir setzen Termine für unsere Prioritäten.
Diese Einstellung heisst, dass wir jede Aktivität
daraufhin überdenken, ob sie langfristig zu einer
höheren Effektivität führt und zur Vorbeugung
von Krisen in der Zukunft beiträgt.
Dies ist der Weg weg von der Fremdbestimmung
hin zur
Selbstbestimmung.
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