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Veronika Hendry

Organisationsberaterin IAP/BSO, Studium der Germanistik und Pädagogik. Unterrichts- und Führungstätigkeit in Schule und Verwaltung. Weiterbildung in Erwachsenenbildung und Organisationsberatung. Schulung, Beratung und Coaching in eigener Praxis.

 

KTC: Das Kollegiale Teamcoaching



Das Kollegiale Teamcoaching (KTC) verlangt nicht Expertenwissen von aussen auf, sondern nutzt und vernetzt das betriebsinterne Wissen von Einzelnen und Gruppen jeder Hierarchiestufe. Zusammenarbeit, Interdisziplinarität, Aufgabenintegration werden unerlässlich für den Erfolg.


Ob KMU, Konzerne oder Verwaltung: Komplexität und Beschleunigung bei gleichzeitiger Verknappung der Ressourcen Zeit und Geld sind aktuelle Herausforderungen, die Unternehmen und Organisationen bewältigen müssen.

  • Die Verknappung der Ressource ZEIT verlangt schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen. Die Auftrags-Liefer-Geschwindigkeit gehört inzwischen zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren
  • Gleichzeitig beschleunigt sich die VERÄNDERUNGSDYNAMIK: Das Tempo von Veränderungen, mit denen sich Unternehmen und Organisationen auseinandersetzen müssen, nimmt deutlich zu
  • Die Verknappung der Ressource GELD führt zunehmend zu Kostendruck und Produktivitätssteigerung und betrifft auch Dienstleistungen und öffentliche Verwaltung
  • Die Steigerung von KOMPLEXITÄT stellt hohe Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit von Mitarbeitenden und Führungskräften: Vieles passiert gleichzeitig. Verbesserungen im Einzelfall greifen nicht mehr. Alles steht in gegenseitiger Wechselwirkung und ist miteinander vernetzt

Kooperationsfähigkeit und Einsatzbereitschaft: Schlüsselqualifikationen für das 21. Jahrhundert
Diese Entwicklung bestätigen auch wissenschaftliche Modelle, so etwa die sogenannten Kondratieff-Wellen. 1926 entdeckte Nikolai Kondratieff, dass in westlichen Industriestaaten die gesellschaftliche und technologische Entwicklung in langen Wellen von ca. 50 Jahren verlaufen. Aber erst in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gelang auch der methodische Nachweis für diese Konjunktur- und Innovationszyklen. Hauptmerkmale eines Zyklus sind immer Basisinnovationen, die zu einem umfassenden Produktivitäts- und Kompetenzschub führen. Wird darauf nicht angemessen reagiert, so besteht die Gefahr, dass eine Wirtschaft in eine Rezessions- gefolgt möglicherweise von einer Depressionsphase gerät.

Leo A. Nefiodow stellt fest, dass sich westliche Industriegesellschaften seit 1990 in einem Zyklus befinden, der von Innovationen im Bereich von Information und Kommunikation und den dazu gehörenden Technologien geprägt ist. Damit verbunden sind umfassende Anforderungsveränderungen in der Berufswelt. Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass „Arbeit und Verantwortung zusehends an Teams delegiert werden und die Angehörigen eines Teams zu intensiver Interaktion zwingt.“ Umfassende Kommunikation und Kooperation werden dabei zu den wichtigsten Instrumenten einer kreativen und effektiven Zusammenarbeit, sei es innerhalb des Unternehmens oder mit Kunden, Lieferanten und weiteren externen Partnern.

„ Jegliches Aufbäumen gegen diesen Trend ist zwecklos“, meint Nefiodow. „Der Trend zur Teambildung, und darüber hinaus zur Zusammenarbeit über Fach-, Firmen und Abteilungsgrenzen hinweg, wird sich im Zuge der Globalisierung noch verstärken. Der bewegliche Generalist wird zu einem genauso gefragten Mitarbeiter wie der Spezialist. Zusammenarbeit, Interdisziplinarität, Aufgabenintegration werden unerlässlich für den Erfolg. Innovation findet vor allem dort statt, wo Kooperation die Verschmelzung bisher getrennter Fähigkeiten und Fachgebiete ermöglicht.“

Neben der Fach- und Methodenkompe tenz werden also Kooperationsfähigkeit und Einsatzbereitschaft mit zu den Schlüsselqualifikationen im 21. Jahrhundert gehören.

So weit, so gut. Noch aber sind heute der Grossteil von Führungskräften und Mitarbeitenden im Verlaufe ihrer Schul- und Arbeitsbiographien schwerpunktmässig auf die Anforderungen der Industrie- und nicht der Informationsgesellschaft ausgebildet worden. Diese Anforderungen sind auch nach wie vor wichtig. Aber die Vermutung liegt nahe, dass in Zukunft diejenigen Unternehmen den Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft erfolgreich schaffen werden, die sich diesen neuen Anforderungen stellen und Instrumente nutzen, die beides integrieren.

Neue Herausforderungen für die Personal- und Organisationsentwicklung
Fazit: Auch die Personal- und Organisationsentwicklung brauchen angesichts von Ressourcenverknappung und beschleunigter Veränderungsdynamik entsprechende Instrumente. Wenn Zeit oder Geld nicht reichen, um Veränderungen sofort mit externer Beratung zu unterstützen, sind Methoden gefragt, mit denen Führungskräfte und Mitarbeitende primär eigene Ressourcen aktivieren, um die Organisationseffizienz zu gewährleisten. Die Methode des Kollegialen Teamcoaching KTC entspricht diesen neuen Anforderungen in idealer Weise.

KTC – eine ressourcenorientierte Methode zur Erfolgssicherung.
Das Kollegiale Teamcoaching KTC wurde vom Organisationsberater Gerd Rowold in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für Organisationsentwicklung und Systemberatung IOS, Prof. Schley & Partner, entwickelt. Die Methode baut auf bewährten Coaching- und Beratungsmodellen auf und hat sich als Führungs-, Teamentwicklungs- und Qualitätssicherungsinstrument in langjähriger Praxis bewährt.

Das Kollegiale Teamcoaching KTC verlangt nicht Expertenwissen von aussen auf, sondern nutzt und vernetzt das betriebsinterne Wissen von Einzelnen und Gruppen jeder Hierarchiestufe. Das gleiche gilt für Gruppen unterschiedlicher Herkunft, aber mit ähnlichen Bedürfnissen oder Zielsetzungen, die sich für die Dauer einer bestimmten Anzahl von Sitzungen treffen. Denkbar dafür sind beispielsweise Anlässe mit Partnern aus dem Beschaffungs- oder Absatzmarkt.

Unternehmensinterne Anlässe und Zielgruppen für das Kollegiale Teamcoaching sind vielfältig:

  • Vorgesetzte verbessern gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden die Zusammenarbeit und damit auch die Leistung
  • Führungskräfte bilden Netzwerke und binden in diese auch den Managementnachwuchs ein
  • Die Führungsspitze will Geschäftsprozesse und Strukturen positiv, sicher und vor allem nachhaltig verbessern
  • Interne Personal- und Organisationsentwickler unterstützen ihre Partner schnell und flexibel, indem sie mithelfen, komplexe Situationen zu analysieren, zu gestalten und umzusetzen

Hintergrund des Kollegialen Teamcoaching KTC ist u.a. die Annahme, dass informelles Wissen einer Organisation und ihrer Mitglieder selten optimal identifiziert und genutzt wird. Dazu kommen Erkenntnisse aus Evolutionsbiologie und der Systemtheorie. Dabei geht es um Überlegungen, wie Spezies oder Systeme es schaffen, sich veränderten Bedingungen anzupassen und zu überleben. Integriert werden auch Maximen des Philosophen Karl R. Popper; dass nämlich Erkenntnisse – in diesem Falle die Ergebnisse von KTC-Meetings – keine absoluten Wahrheiten sind, sondern immer nur vorläufige Hypothesen. Sie gelten so lange, bis eine Überprüfung zu neuen Erkenntnissen und damit zu modifizierten oder neuen Hypothesen führt. KTC führt also nicht zu absoluten Wahrheiten, sondern regt zu spiralförmigem statt linearem Denken und Handeln an. Kommt dazu, dass KTC eine relativ einfache, schnell zu erlernende Methode ist. Nach einer einführenden Schulung sind Arbeits- und Führungsteams, aber auch Gruppen unterschiedlichster Zusammensetzung fähig, auch ohne Trainingsperson KTC-Meetings durchzuführen. Dies reduziert den Kostenaufwand und den Bedarf an externer Beratung und Schulung beträchtlich.

Grundformen des KTC
In ihrer Grundvariante verlaufen KTC-Meetings nach einem festen zeitlichen Schema. Ausgangspunkt kann das Anliegen oder eine Fragestellung eines Gruppenmitglieds, einer Führungskraft, einer Abteilung oder gar des ganzen Unternehmens sein. In 5 zeitlich und inhaltlich klar definierten Schritten analysiert die Gruppe die Situation und bringt sie in einem sogenannten „Schlüsselthemensatz“ auf den Punkt. Am Ende eines 60- bis 90-minütigen Meetings sind sowohl eine Situationsanalyse als auch Lösungsideen vorhanden. Diese bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Handlungsplanes, den die Betroffenen nach dem Meeting zur Umsetzung in der Praxis entwickeln. Die Ergebnisse werden im Verlauf eines nächsten Meetings evaluiert.

In der Einführungsphase vermittelt zwar eine externe KTC-Trainingsperson die Methode. Immer aber ist die Trainingsperson auch Teil der Coachingkonferenz, welche die Situation analysiert, Lösungs- und Handlungsideen entwickelt und den Prozess des ganzen KTC-Meetings reflektiert und evaluiert. So gesehen profitieren Teilnehmende in KTC-Einführungsworkshops doppelt: Sie lernen eine Methode, mit der sie mit Teams und Mitarbeitenden selbständig arbeiten können und profitieren gleichzeitig auch von der Beratungskompetenz der Trainingsperson.

Neue Schlüsselqualifikationen werden „on the job“ gelernt
Charakteristisch für das KTC sind die Rollen von Akteur/in, Coach, Moderator/in, Protokollant/in und Prozessbeobachter/in. Die Einführung in diese Rollen und ihre Einübung anhand konkreter Anliegen oder Fragestellungen bilden den Kern eines Einführungstrainings. Weil jede Person jede Rolle abwechselnd übernimmt, steht Kooperation und nicht Konkurrenz im Vordergrund. Gleichzeitig wird auch die individuelle Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeit trainiert. Deren Übertragung in den Arbeitsalltag macht das KTC zu einem wichtigen Baustein der persönlichen und betrieblichen Lernkultur.

Weitere Anwendungsfelder
Meetings, bei denen spezielle Anliegen oder Aufgaben von Teams, Projektgruppen oder ganzen Organisationen im Zentrum stehen, verlaufen im Prinzip ähnlich wie die oben beschriebene Grundvariante. Bei grösseren Veränderungs- oder Organisationsentwicklungsprojekten – insbesondere aber bei Krisen- oder Konfliktinterventionen – empfiehlt sich die Unterstützung durch geschulte KTC-Trainingspersonen. Je nach Aufgabe ist auch die Kombination von Methodenverantwortung der KTC-Trainingsperson und der Fachkompetenz einer internen oder externen Verantwortlichen sinnvoll.

Die Grundvariante des Kollegialen Teamcoaching kann zwar in relativ kurzer Zeit erlernt werden. Wichtig aber ist, dass die betriebsinterne Erprobung und Implementierung über einen minimalen Zeitraum von 6 - 9 Monaten erfolgt. Erst dann können erste Ergebnisse evaluiert und Anpassungen vorgenommen werden.

Der besondere Nutzen des KTC
Das kollegiale Teamcoaching kann also mit einem relativ geringen Aufwand an Schulung und Beratung eingeführt werden. Grundsätzlich zielt es immer auf die Befähigung interner Multiplikatoren auf jeder Hierarchieebene. Damit wird es zu einem niederschwelligen, aber sehr effizienten Mittel des persönlichen und organisationalen Lernens. Das strukturierte Vorgehen zielt auf konkrete Handlungen und Massnahmen, bei gleichzeitiger gegenseitiger Unterstützung. Prozesse des Change Management erfolgen so kontinuierlich und nicht punktuell.

Das Kollegialen Teamcoaching KTC hilft, komplexe Arbeits- und Führungssituationen besser zu bewältigen. Dabei ist der Nutzen immer auf zwei Ebenen spürbar: einerseits für Personen und Gruppen, andererseits aber auch für das Unternehmen als Ganzes und ihre Resultate:

  • Das Erschliessen von brachliegendem geistig-kreativem Potenzial steigert die Leistungsmotivation aller Beteiligten. Resultat: Organisationseffizienz, Prozess- und Kostenoptimierung
  • Integrierendes Denken, Reflektieren und Handeln werden betriebsintern kontinuierlich trainiert und gefördert. Resultat: Wettbewerbsvorteile dank ständigem organisationalen Lernen
  • Führungskräfte wissen, wie Veränderungsprozesse hierarchieübergreifend gefordert und gefördert werden. Resultat: Schnellere innerbetriebliche Informations- und Feedbackprozesse.

Das Potenzial von Mitarbeitenden und Führungskräften, die Kommunikationsfähigkeit und Zusammenarbeit werden nicht nur punktuell, sondern kontinuierlich gefördert, die Effizienz gesteigert und – last but not least – die Position bei den Kunden gestärkt.

KTC verstärkt positive und konstruktive Haltungen

Gerade in anspruchsvollen Zeiten sind Methoden gefragt, die ermutigen und Mitarbeitenden und Führungskräften neue Wege zeigen, wie Veränderungen angegangen und Strategien umgesetzt werden können. KTC ist ein einfaches und kostengünstiges Instrument, mit dem engagierte, unternehmerische und zielorientierte Führungspersonen ihren Mitarbeitenden ermöglichen, persönliche und unternehmerische Ziele in Einklang zu bringen. Damit finden neben hohen Anforderungen auch Sinn und Orientierung in einem Unternehmen ihren Platz.

 


 
 
       
 
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