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Peter Schreiber
ZfU-Faculty: Marketing & Vertrieb Fachbereich Vertrieb Lehrauftrag für Verkaufsstrategie, Verkaufspsychologie, Verkaufstechnik, Verkaufsführung
Dipl. Betriebswirt (BA) und Verkaufspraktiker, Inhaber von PETER SCHREIBER & PARTNER, Management-Partner für Vertrieb und Marketing, ist Experte für praktisch umsetzbare Methoden zu Marktbearbeitungs-Strategien und Verkaufs-Konzepte, Ilsfeld-Auenstein. |
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7 goldene Regeln für «Preisverhandlungen» |
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Preisverhandlungen auf Chefebene: Als Führungskraft
leiten Sie Ihre Mitarbeiter an sich nicht zu rechtfertigen,
sondern bestätigen Ihren höheren Preis und
zeigen das angemessene Preis-Leistungs-Verhältnis
auf, indem Sie alle kundenrelevanten Leistungen aus
dem Marketing-Mix Ihres Unternehmens in die Waagschale
werfen.
Ein Kurz-Briefing erst auf der gemeinsamen Fahrt zum
Kunden lässt nur ungenügend Zeit für
eine kundenorientierte Einstimmung und für strategische Überlegungen.
Die vom Vertriebsmitarbeiter im Auto erzählten
Informationen sind meist unsystematisch und zeigen
wichtige Zusammenhänge nicht auf.
1. Lassen Sie sich im Vorfeld systematisch Informationen
von Ihren Mitarbeitern beschaffen!
Lassen Sie sich vom Kundenverantwortlichen spätestens
zwei Tage vor dem Termin strukturiert und schriftlich
informieren (Formblatt?!) über
- den Kunden (Was machen die?)
- die Gesprächspartner (Verantwortungsbereich,
Funktion, informeller Status in der Kundenorganisation,
Entscheidungskompetenz, persönliches Interesse
in diesem Bedarfsfall, seine Rolle im Buying-Center?)
- Historie des Kunden
- Historie des aktuellen Bedarfs
- Potential (Aktueller/künftiger Bedarf? Bedarf
an anderen Lösungen)
- Chance (Ist beim Kunden die Grundsatzentscheidung
getroffen? Welche Alternativen hat
der Kunde, um den Bedarf zu decken? Wie stehen
unsere
Chancen?)
- Entscheidungs-Situation (Wer entscheidet?
Buying-Center? Welches sind die zentralen
Entscheidungskriterien der Gesprächspartner? Wie sieht der Entscheidungsprozess
des Kunden aus?)
- Verhandlungspunkte (Welche Punkte
des Angebots will der Kunde verhandeln?)
- Preisfindung (Wie sieht Kalkulation
aus?)
2. Sagen Sie „ja“ zum „zu teuer“ des
Kunden und nutzen Sie für Ihre Preis-Argumentation
alle kundenrelevanten Möglichkeiten
aus dem Marketing-Mix Ihres
Unternehmens!
Stellen Sie sich und Ihre Vertriebsmitarbeiter
auf ein offensives Verhandeln
ein. Rechtfertigen Sie
nicht, sondern bestätigen Sie Ihren höheren Preis
und zeigen Sie das angemessene Preis-Leistungs-Verhältnis
auf, indem Sie alle kundenrelevanten
Leistungen aus dem Marketing-Mix
Ihres Unternehmens in die
Waagschale
werfen. Zeigen Sie den jeweiligen
Kunden Ihren Nutzen aus Ihrer
- Produktpolitik
- Sortimentspolitik
- Servicepolitik
- Informations- und Kommunikationspolitik
- Preispolitik
- Distributionspolitik bzw. aus
Ihrer Vertriebs-
und Beratungs-Organisation.
3. Verhandeln
Sie nach dem Prinzip GEBEN & NEHMEN! Bereiten
Sie dazu Ihre Alternativen vor!
Sie werden sowohl aus sachlichen Zwängen
(Konkurrenz-Angebote, Budgetprobleme des
Kunden etc.) als auch aus psychologischen
Gründen (Drang nach Erfolgserlebnissen
Ihrer Gesprächspartner) Konditionen
einräumen müssen. Um seriös
und glaubwürdig zu bleiben, gilt jedoch:
kein Nachlass ohne Gegenleistung des Kunden!.
Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Vertriebsmitarbeiter
vor dem Termin Gegenforderungen an den Kunden
schriftlich vorschlagen, um eine Verhandlungsstrategie
nach dem Motto „Geben & Nehmen“ entwickeln
zu können.
4. Nutzen Sie die Preis-Verhandlung
zur Kunden-Bindung!
Stellen
Sie Gegenforderungen, die den Kunden entweder
- vertraglich binden (Abruf-Auftrag, Service-Vertrag
etc.),
- individuell-persönlich binden (Teilnahme an
Schulungen Ihres Hauses, gemeinsame Arbeitskreise
etc.),
- technisch binden (Systemlösungen, Sonderanfertigungen
etc.),
- organisatorisch binden (Bestellabwicklung per EDI,
Logistik-Konzepte etc.)
oder
- marketing-politisch binden (Anwender-Berichte,
aktive Vollreferenz etc.).
5. Spielen Sie ein ausgewogenes
Mix aus rationalem und emotionalem Verhandeln!
Lassen Sie sich von Ihrem Mitarbeiter auf einem
Argumentations-Blatt sachliche Argumente, wie
Produktvorteile und Wirtschaftlichkeits-Betrachtungen
notieren. Be-herrschen Sie aber auch die emotionale
Argumentation und sprechen Sie über Partnerschaft
und längerfristige Zusammenarbeit. Zeigen Sie
sowohl persönliche Freude und Zuversicht als
auch Betroffenheit und Bedauern. Signalisieren Sie
sowohl persönliches Verständnis für
den Verhandlungspartner als auch Verlustbereitschaft
bzgl. des Auftrages oder gar des Kunden, falls
man nicht zusammen kommen kann.
6. Besprechen
Sie mit Ihren Verhandlungsbegleitern die taktische
Rollenverteilung!
Denken Sie längerfristig. Es ist weniger
wichtig, wer während dieser einen Verhandlung
eine glänzende Rolle spielt, sondern wer
danach vom Kunden Akzeptanz und Respekt braucht. Übernehmen
Sie als Verkaufsleiter eher die Rolle des „Bady“,
der die Forderungen des Kunden abwehrt, und überlassen
Sie die Rolle des „Goody“ Ihrem Vertriebsmitarbeiter,
der danach mit dem Kunden weiterhin gut und selbständig
zusammenarbeiten soll. Besprechen Sie
-
einen groben Gesprächsleitfaden (Welches Ziel
wollen wir erreichen? Worüber wollen wir in
welcher Reihenfolge sprechen?),
- die Rollenverteilung
(Wer nimmt welche Haltung ein? Wer sagt zu welchem
Thema was?) und
- Ihre taktischen Handlungsoptionen (Wenn diese Situation...,
dann folgende Vorgehensweise
... / Wann unterbrechen wir die Verhandlung taktisch
wie?).
7. Rufen Sie sich
vor dem Termin nochmals die Grund-Regeln der Preisverhandlungen
in Erinnerung!
- n Prüfen Sie vor der Nennung irgendwelcher
Konditionen
1. das Wertbewusstsein des Kunden gegenüber
Ihrem Haus und Ihrer Lösung (Entspricht unsere
Lösung grundsätzlich Ihren Vorstellungen?),
2. das Auftragsvolumen (Es geht jetzt also gemäss
unserem Angebot konkret um folgenden Auftrags-Umfang
...?) und
3. die Entscheidungs-Bereitschaft (Das heisst, wenn
wir uns jetzt über die Konditionen einigen,
dann können Sie uns auch heute den Auftrag zusagen?).
- Beugen
Sie der Salami-Taktik vor und verhindern Sie das
Rosinen picken, indem Sie zuerst alle Verhandlungspunkte
sammeln, bevor Sie über einzelne Punkte im
Detail verhandeln.
- Zeigen Sie Ihre „finanzielle
Not” und
geben Sie keine glatten Nachlässe (nicht
10, sondern 8,37 Prozent - nicht 1 000 sondern
837
Euro Nachlass).
- Runden Sie zu Ihren Gunsten
und verschenken Sie nicht unnötig Geld.
Und denken Sie stets daran:
Wenn die Umsatzrendite bei Ihren Produkten zum Beispiel
10 Prozent beträgt, steigt Ihr Umsatz, wenn Sie
nur 1 Prozent höhere Preise erzielen, zwar nur
um 1 Prozent. Der Gewinn steigt aber um circa 10 Prozent.
Kämpfen Sie also auch um zehntel Prozente.
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Der umsatzstarke Verkaufsleiter |
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Souverän in Preisgesprächen |
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