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Pierre Freimüller
ZfU-Faculty: Corporate Communication / PR Fachbereich Corporate Communication Lehrauftrag für Unternehmenskommunikation & praxisorientierte Public Relations
Pierre Freimüller, Inhaber und Leiter von appunto communications in Glattbrugg, stand während fünf Jahren an der Spitze der Unternehmenskommunikation der Swissair-Gruppe und arbeitete zehn Jahre beim SF DRS als Moderator und Redaktor. |
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Kommunikationsfachleute an die Kochtöpfe! |
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«Kommunikation ist Chefsache.» Zu viele,
die‘s immer noch nicht glauben, delegieren die
Ausführung an dafür nicht ausgebildete Mitarbeiter.
Aus einem Fehlentscheid ist mit der besten Kommunikation
kein Erfolg zu machen und aus einem Krisenereignis
kein toller Event.
Hand aufs Herz: Würden Sie ein 50-Millionen-Geschäft
einem in Finanzsachen unbedarften Mitarbeiter anvertrauen,
bloss weil dieser in der Primarschule auch mal Dreisatz-Rechnen
gelernt hat? Würden Sie einen Prozess gegen einen
aggressiven Konkurrenten als Nicht-Jurist/in selbst
an die Hand nehmen? Sicher nicht. Genauso unprofessionell
werden jedoch heute noch Kommunikationsgeschäfte
in Unternehmen angepackt.
Kommunikation ist Chefsache
«
Kommunikation ist Chefsache.» Zu viele, die’s
immer noch nicht glauben, delegieren die Ausführung
an dafür nicht ausgebildete Mitarbeiter. Frei
nach dem Motto: «Schreiben und Reden kann ja
jeder.» Und fast ebenso viele, die’s glauben,
meinen, Kommunikationsaufgaben an sich zu reissen,
sei die Garantie zum Erfolg. Wie wenn sie das Kassenbuch
des Unternehmens auch selber führen würden…
Kommunikationsspezialisten – selbst hervorragend
ausgebildete – bekommen derweil die Aufgabe der «Nachputzer»:
Sie sollen den Salat, nachdem er angerichtet wurde,
wieder vom Tisch kriegen. Läuft mal was schief,
war’s halt ein «Kommunikationsfehler» – es
ist ja allemal bequemer, die Kellnerin zu prügeln,
wenn der Küchenchef das Fleisch hat anbrennen
lassen.
Kernkompetenz Kommunikation
Klarer Fall: Kommunikationsköche gehören
in die Küche. Von der «mise en place» an
und nicht erst zum Auftragen. Führen ist Kommunizieren.
Und Kommunizieren ist die Kernkompetenz der Kommunikationsprofis.
Doch was gilt es zu beachten, wenn Kommunikationsanstrengungen
Erfolg bringen sollen?
- Die Taten kommen vor den Worten. Aus einem Fehlentscheid
ist mit der besten Kommunikation kein Erfolg
zu machen und aus einem Krisenereignis kein toller
Event. Also:
Zuerst mal handeln, dann kommunizieren. Sachliche
oder persönliche Fehler nicht als Kommunikationspannen
kaschieren.
- Aber: Der Aspekt Kommunikation muss von der
ersten Überlegung
an einbezogen werden. Und das heisst: auch das Know-how
der Kommunikationsspezialisten. Man kann eine versalzte
Suppe nicht mit Zucker wieder geniessbar machen. Vielmehr
müssen alle Entscheide von Anfang an auch
unter ihrem kommunikativen Aspekt betrachtet
werden.
Dabei stellen sich Fragen, wie z.B.:
- Ist der Entscheid als solcher überhaupt kommunizierbar?
Stossen wir damit nicht eine unserer Ansprechgruppen – seien
es Kunden, Nachbarn oder Gegner – derart vor
den Kopf, dass wir am Schluss das Gegenteil des Gewünschten
erreichen?
- Mit welchen Argumenten und über welche Kanäle überzeugen
wir unsere Ansprechpartner, allen voran aber unsere
Mitarbeitenden, denn sie werden den Entscheid umsetzen
und ihn an die Kunden vermitteln müssen?
- Mit welchen Emotionen und welchen
Widerständen
haben wir zu rechnen? Wie ist ihnen
zu begegnen?
- Wie terminieren wir unseren
Entscheid so, dass der Kommunikationsprozess
optimal ablaufen
kann?
- Was machen wir, wenn die
Sache vorzeitig an die Öffentlichkeit
gerät?
- Wie gehen wir mit den
Medien um?
Diese und viele weitere
Fragen müssen im Lauf
der Entwicklung eines Projektes oder eines Entscheides
immer wieder überprüft werden. Dies ist mit
der nötigen Sorgfalt nur möglich, wenn man
die Kommunikationsleute nicht erst bei Traktandum 17,
am Ende der um Stunden überzogenen Geschäftsleitungssitzung
beizieht, sondern von Anfang an ins Geschäft
einbindet.
Freilich setzt dies
voraus, dass Kommunikationsspezialisten
die
erforderliche Palette
von Fähigkeiten
mitbringen:
- Strategisch überlegen können. Wer nicht über
die nötige «Adlersicht» verfügt,
läuft Gefahr,
sich in Details
zu verlieren oder
ziellosem
Aktivismus
zu verfallen.
- Kreativ sein
und «lateral» denken können.
Ob’s um pfiffige Ideen geht oder darum, Risiken
frühzeitig
zu erkennen: In
den geraden
Tunnel starren
hilft nicht
weiter.
- Ein vertieftes
Verständnis kommunikativer Vorgänge
mitbringen und wissen, wie die Medien ticken. Es genügt
nicht, einige Standardrezepte
zu beherrschen.
Kommunikation ist
komplex,
vielseitig vernetzt,
wechselhaft.
- Über eine breite Allgemeinbildung verfügen.
Kommunikationsleute sind Vermittler. Sie sollten immer
auch den Blick von aussen in die Diskussion tragen
können. Das verlangt einen breiten Horizont und
eine unbändige
Neugier.
- Schliesslich
aber nützt all dies herzlich wenig,
wenn Kommunikationsprofis nicht auch ihr Handwerk beherrschen.
Solide Kenntnisse in der Muttersprache, sehr gute Kenntnisse
mindestens einer zweiten Sprache sind Grundvoraussetzungen.
Wer sonst soll denn die «Sprachautorität» im
Unternehmen sein? Praxistaugliche Konzepte entwerfen,
journalistisch schreiben, ein Layout entwickeln oder
beurteilen, einen Bericht oder eine Website konzipieren
können, ein Projekt leiten oder eine Veranstaltung
zuverlässig organisieren können, sind weitere
Fertigkeiten, welche den strategischen Kompetenzen
erst den nötigen
soliden Boden geben.
So ausgebildete
Profis
verdienen
es, als
vollwertige
Partner
beigezogen
und
ernst
genommen
zu werden.
Die
Erfahrung
zeigt:
Es lohnt
sich! |
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