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Tom Peters

ZfU-Faculty: Strategische Unternehmensführung & Entrepreneurship
Fachbereich Strategische Unternehmensführung
Lehrauftrag für Strategisches Management, Leadership, & Innovation

Tom Peters führt auf allen Kontinenten jährlich 75 Seminare durch und veröffentlicht neben eigenen Büchern regelmässig Kolumnen - weltweit. Er arbeitet unter anderem an mehreren Universitäten und im Weissen Haus.

 

Ein Gespräch mit Tom Peters

Lassen Sie sich von seinen unkonventionellen Aussagen über wirkliche Chancen durch Innovation begeistern.

Tom Peters führt auf allen Kontinenten jährlich 75 Seminare durch und veröffentlicht neben eigenen Büchern regelmässig Kolumnen - weltweit. Er arbeitet unter anderem an mehreren Universitäten und im Weissen Haus.

Autor von «In Search of Excellence»
und «The Circle of Innovation»

Warum schrumpfen alle ihre Firmen; und was sind die Fallstricke dabei bzw. warum kann man den Weg zum Erfolg nicht abkürzen?

Peters:
Nach 15 Jahren Downsizing sind die Firmen immer noch viel zu fett. Firmen wie Wal-Mart und Dell Computer haben ganz neue Wege in der Geschäftswelt kreiert - denen sind die Konkurrenten einfach noch nicht gewachsen. Ich bin also nur ein widerwilliger Fan von Redimensionierungen, Restrukturierungen. Natürlich bleiben diese wichtig, nur, man kann es auch falsch machen! Langfristig entscheidet lediglich Innovation.

Abspalten soll besser sein als Zusammenschliessen. Wir sind jedoch täglich Zeuge von neuen Fusionen, bewegen sich letztere auf der falschen Spur?

Peters:
Nun, was machen Sie mit einer grossen, dusseligen Firma, die nirgendwo hinkommt? Vereinigen diese natürlich mit einer anderen grossen, dusseligen Firma, damit Sie überhaupt nirgends mehr hinkommen. Bestenfalls kaufe ich auf diese Weise weitere Marktanteile. - Kreiere neue Märkte! Dahin führt die andere Spur der Strasse. Losgelöste Firmenteile wachen aus dem Dornröschenschlaf auf und finden zum ursprünglichen Leben zurück. Eigentlich habe ich gar nichts gegen Firmenkäufe. Da gibt es zum Beispiel die Cisco Systems im Silicon Valley. Cisco produziert viel Schlosserarbeit fürs Internet. 45% der Einnahmen stammen aus Akquisitionen. Die Käufe allerdings sind meist recht winzig. Cisco kauft nämlich Ideen und klevere Leute. Kleinere Häuser, die neue Wege gehen, um Geschäft zu machen.

Warum gibt es so viele Bücher über Total Quality Management, Teams oder Reengineering und so wenige über Innovation?

Peters:
Weiss ich nicht. Vielleicht ist es unsere altmodische MBA-Abneigung gegen «harten Stoff». TQM ist wieder Reengineering. Innovation ist dagegen viel Versuche, Verrücktheiten, Diversifizierung, Blödelei und viel Risiko. Schwer, in linearer Form in Text zu fassen - deshalb sind wir in «The Circle of Innovation» mehr zum energetischen Format übergegangen.

Sie behaupten, die grösste Herausforderung, welcher eine Firma entgegensehen muss, sei das «Vergessen» alter Ideen. Wie lehren Sie vergessen?

Peters:
Das ist nicht leicht. Vergessen erreichen wir am leichtesten, wenn wir Leute anderen Projekten und Menschen zuteilen, in denen Sie neue Wege, neue Kompetenzbereiche erforschen müssen. Ziel ist, neue Projekte mit neuen Leuten unter neuartigen Lösungsansätzen neuen Firmen anzubieten. Einfacher als Firmenabläufe zu vergessen ist es, sich neue Ideen in den Kopf zu setzen.

Was meinen Sie mit «Distanz ist tot»?

Peters:
In Bangalore, Indien, entwickeln Zehntausende von Software-Ingenieuren Produkte für die weltweit grössten Banken und Fluglinien. «Distanz ist tot» heisst, niemand ist weiter als 0,6 Sekunden von jedem anderen auf dieser Welt entfernt; in Lichtgeschwindigkeit. Und was ist, wenn wir erst richtig im Informationszeitalter sein werden?

Wenn die Unternehmensform von heute sterben soll, wie wird das künftige Unternehmen aussehen?

Peters:
Der Unterschied: Sears residierte bis vor kurzem im 100stöckigen Turm; Dell Computer im zweigeschossigen Haus. Bürokraten in der Ablage ein bis hundert handeln anders als Menschen in der flachen Organisation. Flach ist ein Schlüsselwort, virtuell ein anderes. Wir werden keine Leute mehr besitzen, sondern temporäre Netzwerke für ein Projekt aufbauen. Hollywood wusste es schon lange!

Weshalb müssen Unternehmen das Konzept «It's a Woman's World» unter allen Umständen aufgreifen?

Peters:
Frauen tätigen gut fünfzig Prozent aller Käufe, dominieren den Gesundheitssektor und beginnen nun eigene Geschäften mit Rekordresultaten. Nie haben wir ihnen Aufmerksamkeit geschenkt. Für mich ist Woman's World das immer noch bestgehütete Geheimnis für grösste wirtschaftliche Chancen. Wenn wir uns endlich auf Frauen ausrichten, können wir enorm gewinnen.

Ist Innovation der Schlüssel zu mehr Spass im Geschäft? Was ist die Revolution der White Collars? Und warum sollten die Bürokraten nervös werden?

Peters:
Nervös? Zu Tode erschreckt wäre treffender gewählt. Trotz all dem erwähnten Gesundschrumpfen ist noch viel Fett am Muskel. Die wirklich fitten Unternehmen zeigen uns, dass es völlig neue Wege gibt, die Dinge zu erledigen. Und die Internet-Surfer-Generation wird diese nochmals erfinden. Sie ist schnell - spielerisch. Die neue Wirtschaftsordnung verlangt von uns, dass wir unser Leben aus unsern Firmen abziehen und gleichzeitig Handlungsbevollmächtigter der Firma Ich Inc. werden. Als Ein-Mann-Dienstleister vielleicht temporär eingebettet bei General Electric. Aber es bleibt unser Leben, unser Geschäft. Und Geschäft kann Spass machen. Der Bürolistenjob - Polizist, Papierschaufler - muss verschwinden.


 

 

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