Ach du liebe Zeit ...
Wir erleben momentan den Übergang vom Industrie- ins Informationszeitalter, und diese
Veränderungen verspüren wir alle in Form von sich immer stärker beschleunigenden
Arbeitsprozessen. Betrachtet man den «klassischen» Lebensansatz der Tages-Dreiteilung (8
Stunden Schlaf, 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Freizeit), so werden die meisten Unternehmer
und Führungskräfte an dieser Stelle mit Unverständnis reagieren, denn 910
Arbeitsstunden täglich (oder mehr) sind meistens die Norm. Unter diesem Blickwinkel
betrachtet wundert es einen nicht, dass mittlerweile mehr als 50 Prozent aller Todesfälle
in Deutschland auf Herz-Kreislauf-erkrankungen (Herz- bzw. Gehirninfarkte) zurückgehen.Uhr
oder Kompass?
Von der Kraft der Lebensziele oder: alles beginnt bei uns selbst
Es gibt keine Patentrezepte zur Lösung der geschilderten Probleme, aber folgende
Vorgehensweise trägt dazu bei, dass Sie zu einer harmonischen Balance zwischen einem
glücklichen Privat- und einem erfolgreichen Berufsleben finden. Zu Beginn des Seminars
werden Analysen und Fragebogen zur bisherigen Lebens- und Arbeitsweise beantwortet:
- Was erwarte ich vom Leben?
- Was bekomme ich vom Leben?
- Bin ich mit dem, was ich bekomme, zufrieden?
- Wenn nicht, was tue ich konkret, um zu bekommen, wonach ich mich sehne?
Erst wenn Sie sich darüber klar geworden sind, was Sie in Ihrem Leben alles erreichen
möchten, können Sie im nächsten Schritt Gedanken darüber anstellen, was für Ihre
individuelle Lebensgestaltung wichtig und nicht so wichtig ist.
Eine gut funktionierende Selbstorganisation mit zuverlässiger Zeitplanung,
intelligentem Selbstmanagement und rationeller Arbeitsmethodik ist ohne die Ausrichtung
auf ein verlockendes Lebensziel nicht möglich!
Motto: Zeitplanung setzt Lebensplanung voraus!
Im zweiten Schritt beantworten Sie (wiederum schriftlich) folgende Fragen:
- Leisten Sie viel? Warum machen Sie das?
- Tun Sie es, um geachtet und/oder geliebt zu werden?
- Oder wollen Sie etwas vergessen, verdrängen bzw. abarbeiten?
- Wissen Sie, dass man sich das Wichtigste im Leben, die Liebe, das Vertrauen, die
Freundschaft, nicht durch Leistung allein verdienen kann?
Und zum Schluss kommt die Frage: Was will ich mit 84 Jahren erreicht haben?
Mindestens 20 Punkte, 10 davon immateriell, werden notiert. Aufgrund dieser Vorarbeit sind
Sie nun in der Lage, klare Prioritäten für sich selbst, für das private und berufliche
Umfeld zu setzen. Sie wissen nun, was Sie wollen und vor allem was Sie nicht
wollen!
Motto: «Für ein Schiff ohne Zielhafen ist kein Wind günstig.» (Seneca)
Erfolgsgeheimnis rationelle Arbeitsmethodik oder: Fertigungszeit kontra
Rüstzeit!
Gute Ordnungssysteme beantworten nur eine einzige Frage: «Wohin damit?» Im allgemeinen
ist die Aktenstapel- bzw. Spickzettelmethode weit verbreitet, weil nicht rechtzeitig
entschieden wird: «Wohin damit?» Man legt nicht sofort bei Eintreffen eines
Schriftstückes fest, wohin es gehören soll und legt es erst einmal (vielleicht
sogar noch «ordentlich» in einer Klarsichthülle, einem Schnellhefter oder einer
Eckspannermappe eingelegt) zur Seite, bis man weiss, was man will.
So entstehen auf dem Schreibtisch, auf dem Sideboard und auf der nahegelegenen
Fensterbank Berge von «Wanderdünen», die immer wieder durchsucht werden müssen, weil
man nicht mehr weiss, welches Schriftstück sich in welchem Stapel befindet. Dies hat die
fatale Folge, dass die (unnötigen) Rüstzeiten ins Gigantische wachsen, und der Anteil
der wertschöpfenden Tätigkeit geht drastisch zurück. Die Folge: Die Arbeitszeit steigt
ständig an, weil der Verlust der rein produktiven Arbeit durch (eigentlich unnötige)
Überstunden aufgefangen werden muss; regenerative Freizeit wird immer weniger.
Überstunden sollten Sie sich für diejenigen Zeiträume vorbehalten, wenn dank
sprudelnder Umsätze Mehrarbeit zu bewältigen ist oder wenn wegen Personalengpässen
(z.B. Urlaub, Krankheit von KollegInnen) mehr als üblich zu tun ist.
Dies alles muss nicht sein, denn mit der richtigen Arbeitsmethode lassen sich diese
Entwicklungen stoppen. Die Lösung lautet: Vom Volltischler zum Leertischler.

Vom Volltischler zum Leertischler
Damit ist gemeint, dass sich nur noch jene Arbeitsvorgänge am Schreibtisch befinden
dürfen, an denen gerade gearbeitet wird. Alles andere befindet sich dort, wo es
hingehört und dafür darf es nur drei Möglichkeiten geben:
- Projekte (Aufträge von/an Kunden/Lieferanten A-Z)
- Dokumentation (Stichwortablage A-Z, z.B. Artikel aus Fachzeitschriften usw.)
- Termin-Wiedervorlage (131 für den laufenden Monat und Jan.Dez. für den
Rest des laufenden und des folgenden Jahres)
Erste-Hilfe-Massnahme 1:
Einführung einer gemischten Schriftgut-organisation mit Hebelordnern und
projektorientierter Loseblattablage in Einstellmappen. Für das langfristige Aufbewahren
von Schriftgut, wie z.B. numerisch abgelegter Rechnungskopien in der Buchhaltung,
Bedienungsanleitungen, Versicherungsunterlagen usw., gibt es nach wie vor keine
Alternative zum guten alten Hebelordner.
Motto: aus den Augen aus dem Sinn
Wenn Sie aber häufig auf Projektunterlagen zurückgreifen müssen (Angebote,
Aufträge, Einkaufsunterlagen usw.) und wenn diese immer wieder ergänzt werden, dann ist
die projektorientierte Loseblattablage in Einstellmappen das Mittel der Wahl. Sie
benötigt am wenigsten Platz, ist vom Material her gesehen am preisgünstigsten, und sie
ist am schnellsten und einfachsten zu handhaben.
Gleich bei Eintreffen eines Vorgangs wird eine Einstellmappe angelegt, indem sie mit
einem Selbstklebereiter codiert (= beschriftet) wird. Sie geht entweder auf Termin, zu den
Projekten oder in die Dokumentation. Dieses Kennzeichnen mit einem Selbstklebereiter
dauert nach nur wenig Übung nicht länger als das Zusammenheften mit einer Büroklammer,
und Sie erreichen einen freien Schreibtisch, ein geordnetes Büro und Sie werden es
nicht für möglich halten einen klaren Kopf.
Motto: Einstellmappe = Arbeitsmappe = Archivmappe
Erste-Hilfe-Massnahme 2:
Rüstzeiten reduzieren! Unnötige Rüstzeiten eliminieren (z.B. das Durchsuchen von
Wanderdünen), und notwendige Rüstzeiten auf das sinnvolle Mass reduzieren. Damit
erhöhen Sie den Anteil der wertschöpfenden Fertigungszeit (ja das gibt es auch im
Büro!), und Sie steigern Ihre quantitative und qualitative Leistung.
Selbst wenn Sie einmal überraschend ausfallen sollten, können Ihre Kolleg/innen ohne
Probleme auf die erforderlichen Unterlagen zurückgreifen. Das sofortige Codieren einer
Einstellmappe mit dem Beschriften des Selbstklebereiters ist die sinnvollste Rüstzeit,
die Sie sich antun können!
Das Durchsuchen von Wanderdünen nach Vorgängen gemäss dem Motto: «Wo war denn noch
...» ist dagegen sinnlos vertane Arbeitszeit, da dies nicht zu einer Erhöhung der
Wertschöpfung führt.
Motto: Auch ein Narr kann sich den ganzen Tag beschäftigen.
Richtig ordnen sofort wiederfinden
Bei der «Wanderdünen-Methode» haben Sie das Schriftstück «irgendwohin» abgelegt. Das
dicke Ende kommt aber dann, wenn Sie es wieder brauchen. Ihre Ablage ist nur dann gut
organisiert, wenn Sie maximal 1 Minute benötigen, um einen Vorgang zu finden! Jede
Minute, die Sie nicht suchen müssen, zahlt sich aus, weil Sie Zeit einsparen, die sich am
Ende des Tages leicht auf 1 bis2 Stunden summieren kann.
Motto: eine chaotische Ablage kostet Zeit, Geld und Kunden

Der Papierkorb ist der grösste Freund des Menschen
| Goldene Regeln für den Büroalltag |
- Der Papierkorb ist der grösste Freund des Menschen! Vergessen Sie Ihre
Jäger-/Sammlermentalität, und schmeissen Sie alles weg, was Sie nicht unbedingt
brauchen. Sie werden staunen, wie damit auch Ihr Kopf frei wird.
- Je grösser der Papierkorb, desto kleiner der Schreibtisch! Sie brauchen keinen
8-m2-Schreibtisch, um zu demonstrieren, wie wichtig und unersetzlich Sie für die Firma
sind. Ihr «bester Freund» freut sich, wenn Sie ihn jeden Tag bis zum Rand füllen.
- Ordnen hat Priorität vor Bearbeiten! Oder: zuerst nachdenken, dann anfangen. Mit einem
klar strukturierten Tag sind Sie leicht in der Lage, Ihre Leistung um ein Vielfaches zu
steigern.
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So schaffen Sie mehr als bisher, ohne sich zu überfordern
- Schaffen Sie sich schriftlich formulierte Lebensziele, und prüfen Sie regelmässig, ob
sie «auf Kurs» sind.
- Unterscheiden Sie zwischen «wichtig» und «unwichtig», und trennen Sie sich von allem
Unwichtigen.
- Setzen Sie Prioritäten, und seien Sie konsequent bei deren Anwendung!
- Kaufen Sie sich einen kleinen Schreibtisch aber einen grossen Papierkorb.
- Lernen Sie, höflich und diplomatisch «Nein» zu sagen, und bekämpfen Sie Ihre
«Aufschieberitis».
- Lernen Sie zu delegieren; man kann auf Dauer nicht alles selbst machen.
- Erlernen Sie eine Entspannungsmethode, die Ihnen hilft, den Alltagsstress abzubauen.
- Bedenken Sie, dass es auch ein Leben vor dem Tode gibt.