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Dr. Reinhold Rapp

ZfU-Faculty: Strategische Unternehmensführung & Entrepreneurship
Fachbereich Strategische Unternehmensführung
Lehrauftrag für Business Relationship Management

Visiting Professor an der Cranfield University/ School of Management, England, ist Managing Partner von CRM, und Herausgeber des «Handbuches Relationship Marketing».

 

Customer Relationship Management

CRM, One-to-one, Relationship Marketing oder Zielkundenmanagement sind aktuelle Begriffe, die eine völlige Neuorientierung in Marketing, Verkauf, Strategie und der Informationstechnologie auslösen. Erfolgreich und systematisch implementiert wird es derzeit in vielen Finanz-, Kommunikations- und Transportdienstleistungsunternehmen. Aber auch in der produzierenden Industrie wird dieser Ansatz in der Zukunft das gesamte Unternehmen, das kundenorientiert erfolgreich sein möchte, in den nächsten Jahren zentral umwälzen. Es geht um nichts anderes, als das Kundenbeziehungsmanagement zum entscheidenden Element der marktorientierten Unternehmensführung zu machen. Was ist aber daran neu?

Kundenorientierung, -zufriedenheit und Kundennähe sind seit einigen Jahren in das Vokabular vieler Unternehmer eingedrungen. Einige positive Beispiele bezeugen den Erfolg, sich durch solche Massnahmen im Wettbewerb abzusetzen. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl von Firmen, bei denen die Idee des Kunden als Fokus allen Handelns beim reinen Lippenbekenntnis geblieben ist. Gleichzeitig beobachten wir in den Marketingbereichen immer stärkere Anstrengungen, um mit zusätzlichen Massnahmen oder «Bindungsprogrammen» Loyalität zu erzielen. Diese gutgemeinten Ansätze verpuffen in der Praxis häufig, weil

  • sie häufig als losgelöste Initiativen gestartet werden, denen das Gesamtkonzept fehlt
  • sie oft aus Kostendruckgründen nur halbherzig und inkonsequent umgesetzt werden
  • häufig die Ausgangsbasis des Verständnisses für den Kunden und die erforderliche Datengrundlage fehlen
  • diese Initiativen fast immer sehr allgemein gehalten sind und die individuellen Kundenbedürfnisse nicht berücksichtigen
  • die organisatorischen Auswirkungen nicht bedacht wurden und die Aktionen als Marketing-Gag untergehen

Mit dem systematischen Kundenbeziehungsmanagement (CRM) überwinden Unternehmen alle diese Schwachpunkte, denn es integriert die

  • Informationstechnologie:
    Kundendaten werden als Grundlage von Analyse und Massnahmen hinzugezogen (z.B. Data Mining), und die Aktionen der Kunden werden in lernenden Systemen hinterlegt (z.B. Data Warehouses)
  • Individuellen Bedürfnisse:
    Durch gezielte Analyse und Micro-Segmentierung lassen sich Kleingruppen individuell ansprechen (z.B. durch persönliche Web-sites im Internet) und lässt sich individuelle Produktion realisieren (sogenannte Mass Customization)
  • Unternehmensprozesse: nach Wertigkeiten und Bedürfnissen der Kunden lassen sich die Unternehmensprozesse neu gestalten und wertvernichtende Schritte eliminieren, die Vorstufe der kundenzentrierten Organisation ist realisierbar
  • Langfristige Perspektive:
    die Ermittlung von Kundenlebenswerten (Lifetime-Value) ermöglicht die strategische Betrachtung von und die Investition in die wertvollsten Kundenbeziehungen
  • Controlling-Erwartungen:
    durch die Betrachtung von kundenbezogenen Kosten und Erträgen lassen sich Marketingausgaben und -effizienz weitaus besser messen und steuern; dadurch werden die erfolgreichen Massnahmen multipliziert und die einmal gemachten Fehler nicht wiederholt.

Vorreiter in CRM sind Unternehmen wie American Airlines und Deutsche Lufthansa, American Express als Finanzdienstleister, Handelsunternehmen wie Tesco in England, Wal-Mart in den USA oder auch Amazon.com, das grosse Paradebeispiel für CRM im Internet. Diese sind höchst erfolgreich, da sie es schaffen, unterschiedliche Kunden unterschiedlich anzusprechen und ihnen die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.


 
 
       
 
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