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Dr. Hans Sidow

ZfU-Faculty: Marketing & Vertrieb
Fachbereich Verkauf
Lehrauftrag für Lehrauftrag für Key Account Management

Experte für die Entwicklung des Key Account Management im deutschsprachigen Raum. Er beschäftigt sich mit den Problemen der Key-Account-Bearbeitung seit Beginn der 70er Jahre.

 

Strategische Gesichtspunkte des Key Account Management

Jeder Mensch braucht Freunde, jedes Tier eine Familie oder Gruppe. Diese haben die Funktion, das Familienmitglied, den Freund oder das Gruppenmitglied zu schützen, ihm zu helfen, es zu unterstützen. Das sind eigentlich alles naturgesetzliche Selbstverständlichkeiten, Trivialitäten. Sie wurden jedoch im Geschäftsleben teilweise verdrängt durch andere «Treiber», andere Interessenlagen der an den Geschäftsprozessen Beteiligten. Ursächlich dafür ist in vielen Fällen die Fragmentierung der Geschäftsprozesse und damit die Egozentrierung der Treiber gewesen, die verschiedene Ausformungen hat:

  • Firmenegoismus
  • Fachspezialisierung
  • enger Horizont
  • Introvertierung, usw.

Das Ergebnis ist in solchen Fällen, dass der «andere», der Kunde, etwas bekommt, was eigentlich für ihn als Leistungsempfänger nicht passt, sondern eher zum Leistungserbringer. Dieser realisiert damit seine eigenen Interessen und vernachlässigt die des Leistungsempfängers. Das Ergebnis ist in all diesen Fällen Zufriedenheit des Leistungserbringers und Unzufriedenheit des Leistungsempfängers. Im Geschäftsleben hat dies notwendigerweise zur Folge, dass der Leistungsempfänger weniger zu zahlen bereit ist, als wenn er eine «empfängergerechte» Leistung erhalten hätte. Die Folge davon ist ein geringeres Ertragspotential für den Leistungserbinger.

Kundenorientierung
Der wesentliche Ansatz zur Kundenorientierung ist folglich die Partnerorientierung, das heisst: die Orientierung an den Interessen und Anforderungen des Leistungsempfängers in der Prozesskette.

Eine klassische Methode des Marketing, die Anforderungen dieser Leistungsempfänger besser zu erfüllen, als andere, besteht darin, diese Anforderungen zunächst besser zu verstehen. Das geschieht in der Marketingpraxis durch Marktforschung, im Key Account Management durch Kundenforschung im Rahmen der Key-Account-Analyse. Deren Ergebnisse sind in aller Regel das Erkennen der Einzelbedürfnisse von:

  • Einzelkunden
  • Entscheidereinheiten bei Grosskunden
  • Einzelentscheidern

sowie die Erkenntnis, dass mehrere – grosse oder kleine – Kunden gleiche oder ähnliche Bedürfnisse haben, nach denen man sie als Kundengruppen verstehen kann. Deren Bedürfnisse können dann auch gleich oder ähnlich erfüllt werden. Daraus ergibt sich eine Segmentierung der Kunden.

Kundenmarketing
Man erreicht damit den Einstieg in ein Kundenmarketing, welches die Unternehmensleistung auf seine verschiedenen Leistungsempfänger differenziert ausrichtet. Im Key Account Management erfordert dies Professionalität der Kundenbearbeitung mit Tiefgang. Dies kennzeichnet einen Teil von Kundenorientierung als Strategie. Kundenorientierung, welche weitergeht, versucht zu ermitteln, welche Anforderungen auf den Kunden von dessen Markt und von dessen Kunden her zukommen werden. Lieferanten sind Spezialisten in ihren Liefersegmenten und müssen diese Rolle auch in bezug auf die zukünftigen Anforderungen an ihre Kunden und damit innovativ ausfüllen. Qualifizierte Lieferanten müssen über die nächste in die übernächste Prozessstufe hineinschauen können. Früher und besser als der Kunde selbst und die eigene Konkurrenz Innovationen zu liefern, die dem Kunden helfen, auf seinen eigenen Märkten erfolgreich zu sein, kennzeichnet proaktives Marketing und – bei Key Accounts – proaktives Key Account Management.

Wesentlich dabei ist die Kenntnis der Erfolgstreiber, die für den Kunden in dessen Märkten relevant sind. Diese gilt es herauszufinden und das eigene Unternehmen dahin zu bringen, sich frühzeitig Gedanken über künftige Probleme von Key Accounts und deren Lösung zu machen. Diese Fähigkeit zu erlangen kennzeichnet Strategisches Key Account Management.


 

 

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  • Im Park 4 - CH-8800 Thalwil/Zürich
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