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Lernen als Weg

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Ingrid M. Kösten

Trainerin für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung und Inhaberin der womanSuccess, Agentur für Frauen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst, Österreich. Coacht Einzelpersonen und Gruppen zur Verbesserung von Kommunikationsabläufen.

 

Mentoring - Starthilfe für Ihre Karriere

Die Zukunft hat längst begonnen und der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel hat an Dynamik zugelegt. Auch für das Arbeitsfeld der Assistentin ergeben sich dadurch neue Herausforderungen und Chancen.
In den neuen Managementkonzepten nimmt die Sekretariatsarbeit immer mehr den Charakter hochqualifizierter Assistenz an, und die Assistentin selbst wird zunehmend zur aktiven, selbstbewussten Problemlöserin.
In den neuen Organisationsformen ist es notwendig, karriereorientiert zu agieren, ohne die enorme soziale Kompetenz in den Hintergrund zu stellen. Um diesen Wandel aktiv und erfolgreich mitzugestalten und das anspruchsvolle Profil einer Office Managerin zu entwickeln, ist Mentoring ein ideales Instrument.

Was ist Mentoring?
Der Begriff «Mentor» stammt aus der griechischen Mythologie: Odysseus beauftragte seinen Freund Mentor, sich während seiner Abwesenheit um seinen Sohn Telemachos zu kümmern und diesen in seinem Sinn zu erziehen.
«Mentor» wurde damit zum Synonym für einen allgemein geachteten und gebildeten Menschen, der als Berater fungiert. Im modernen Sinn begleitet ein Mentor oder eine Mentorin aufstiegswillige Mitarbeiter in ihrem Karriereverlauf.
Ein/e Mentor/in ist als eine Art persönliche/r Entwicklungsberater/in zu verstehen, welche/r die Leistungspotentiale von Mitarbeitern sichtbar und für das Unternehmen nutzbar macht. Darüber hinaus ist Mentoring immer auch ein Stück Persönlichkeitsentwicklung.

Mentoring findet ausserhalb der normalen Vorgesetzten–Mitarbeiter–Beziehung statt und stellt eine geschützte Beziehung dar, in der Lernen und Experimentieren stattfinden kann. Es ist ein flexibles Konzept und kann auf die unterschiedlichsten beruflichen Situationen angewandt werden.Mentor/innen können sowohl aus dem eigenen Unternehmen kommen als auch von aussen beigezogen werden.
Kern der Mentoring-Beziehung ist die sogenannte «one-to-one-Beziehung». Ein Mini-Netzwerk, in dem die Erfahrenere (Mentorin) die weniger Erfahrenere (Mentee) unterstützt, Kontakte weitergibt sowie interne und externe Netzwerke aufbaut bzw. nutzbar macht.Im Bereich Sekretariat bedeutet dies, aufstiegsorientierten Assistentinnen Rollenbilder zu präsentieren und vor allem ihre Stärken und Kompetenzen sichtbar und für das Unternehmen nutzbar zu machen, damit auch sie aktiv auf die Veränderungsprozesse Einfluss nehmen können. Dazu sind folgende Voraussetzungen notwendig:

  • hohes Engagement und positive Einstellung zu Veränderungen
  • die Bereitschaft, im Unternehmen eine aktive Rolle spielen zu wollen
  • der Willen und die Fähigkeit, Macht und Risiko zu akzeptieren
  • und der Mut zu Fehlern und zum Ausprobieren.

Denn die Dynamik des Wandels erfordert, dass alle verfügbaren Ressourcen eingebracht, innovative Denk- und Verhaltensweisen entwickelt und neue Chancen gesucht werden.

Erfolgsformel Networking
Wirkungsvolles Networking ist der Schlüssel zum Erfolg und ein wesentlicher Bestandteil des Mentorings. Effektive Netzwerkarbeit zu betreiben heisst, sich strategische Informationen, Ressourcen und Unterstützung zu verschaffen, weiterzugeben, um dadurch Ziele zu erreichen.
Zum Beispiel tragen interne Assistentinnen-Netzwerke in sehr effizienter Weise dazu bei, die Kommunikation zu verbessern sowie bereichsübergreifendes und prozessorientiertes Denken zu etablieren.

Erfolgskiller
Networking bedeutet aber auch, sich selbst sichtbar zu machen und sich so zu positionieren, dass andere auf Sie aufmerksam werden. Weibliche «Bescheidenheitsprogramme», wie Perfektionismus und zu grosses Harmoniebedürfnis, erweisen sich dabei zunehmend als «Erfolgskiller».

Um als Assistentin im Unternehmen der Zukunft erfolgreich zu sein, ist es notwendig, dass weibliche Rollenvorschreibungen, die unserer Zeit nicht mehr entsprechen, hinterfragt werden. Diese alten Rollenkorsetts müssen abgelegt werden, damit die gesamten Fähigkeiten und Potentiale zum Einsatz gebracht werden können.

Beispielsweise das «Perfektionskorsett»:Perfektionismus schafft ständige Unzufriedenheit und lässt Erfolg nicht aufkommen. Stärken Sie Ihren Selbstwert dadurch, dass Sie sich Ziele setzen, die Sie erreichen und für Sie als Erfolg erleben können. Manchmal ist es sogar notwendig, Unvollständigkeiten auszuhalten, die «Lücke» zu akzeptieren, um weitergehen zu können und damit Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
Oder das «Fügsamkeitskorsett»: Meist sind Frauen äusserst gewissenhaft, sie arbeiten hart und lange, um in ihrem Bereich gut zu sein. Dann stellen sie fest, dass fachliche Kompetenz zwar verlangt wird, aber dass sie alleine noch nicht der ausschlaggebende Erfolgsfaktor ist. Vielmehr geht es darum, Leistung mit Diplomatie, Taktik und mit psychologischem Fingerspitzengefühl zu koppeln.

Auch das «Bescheidenheitskorsett» ist ein ausgesprochenes Karrierehindernis:
Frauen möchten anerkannt werden für das, was sie tun. Aber sie kämen sich unbescheiden vor, wenn sie versuchten, auf ihre Leistung aufmerksam zu machen. Statt stolz auf das eigene Können zu sein, gehen sie lieber den falschen Weg der Bescheidenheit. Daher gelingt es oft nicht, andere von ihrer Kompetenz zu überzeugen.
Positive Selbstdarstellung und gelungenes Selbstmarketing sind Fähigkeiten, die Sie lernen können. Mentoring ist dazu ein geeignetes Instrument und verbindet in idealer Weise die Vermittlung von fachlichem Know-how mit persönlichem Wachstum und Entfaltung.


 

 

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