Home | Sitemap | Kontakt |


fachartikel 

ZfU International Business School 

Lernen als Weg  
zfu myzfu   swiss-practice   book-it
 
 
Weiterbildung   
Themen / Termine
Tagesseminare
Master / Executive MBA 
Diplomlehrgänge        
Fernlehrgänge 
Customized / Inhouse  
 
Service    
Karriere-Coaching
Fachartikel 
ZfU-Buchshop
Newsletter
Seminarhotels
 
ZfU    
Institute & Faculty
ZfU Academies
Über uns
Förderverein ZfU
 
zfu-Alumni    
myZfU
 

 

 

Artikel
 

Dr. Paul Jowett

Ph.D. Economics, studierte an der Oxford University und an der University of London. Mehrere Jahre Tätigkeit bei der Monitor Company und der FMC Unternehmensberatung GmbH. Seit 1995 ist er geschäftsführender Gesellschafter der LEK Unternehmensberatung.

 

Wie aktuell sind Discounted Cash-flow-Bewertungen?

Funktionieren Bewertungen auf Grundlage von Discounted Cash-flows noch? Ein Klient, den ich kürzlich traf, ist nicht mehr dieser Meinung. Der Marktwert kann in manchen Industrien das Ergebnis der Discounted Cash-flow-Bewertung um 30 bis 50 Prozent übersteigen.

Was ist also mit dem Discounted Cash-flow-Ansatz los? Die beiden naheliegenden Antworten lauten: (a) Die Inputs für die Discounted Cash-flow-Bewertung sind zu konservativ oder (b) die heutigen Marktwerte sind überhöht. Die Entscheidung darüber, welche Antwort zutreffend ist, kann weitreichende Implikationen haben. Wenn Sie der Meinung sind, dass die richtige Antwort (a) lautet, würden Sie bei einer möglichen Akquisition mit einer zu niedrigen Werteinschätzung möglicherweise nicht zum Zug kommen und somit die Gelegenheit versäumen, die Konsolidierung in Ihrer Branche massgeblich zu beeinflussen. Sollten Sie aber (b) für die richtige Antwort halten, könnte es sein, dass Sie am Ende zuviel für eine Akquisition investieren, insbesondere dann, wenn optimistische Annahmen sich nicht bewahrheiten.

Wer heute eine Bewertung im Rahmen eines M&A-Projektes durchführt, kann von den Techniken profitieren, die von den Anwendern des Value Based Management entwickelt worden sind. Ziel des Value Based Management ist die Schaffung von Wert, während bei M&A-Aktivitäten die Messung des Wertes im Vordergrund steht. Diese Wertmessung ist jedoch weder einfach noch statisch. Daher ist es auch bei M&A-Projekten von grösstem Nutzen, die Faktoren zu verstehen, die den zukünftigen Wert des Unternehmens beeinflussen. Und um genau das geht es beim Value Based Management: um die Identifizierung und Priorisierung der Werttreiber eines Unternehmens.
Bei der Identifizierung und Priorisierung der Werttreiber stösst man aller Erfahrung nach auf einige Überraschungen. Erwartungsgemäss ist die Preisentwicklung der stärkste Werttreiber. Die Erhöhung des Verkaufsvolumens hingegen beeinflusst den Wert deutlich weniger stark, ist aber häufig einfacher zu planen als eine Preiserhöhung. Zudem sind Preisanstieg und Verkaufsvolumen eng miteinander verknüpft. Wenn Preiserhöhungen stärker ausfallen als bei den Wettbewerbern, kann das eine Verringerung der Nachfrage zur Folge haben. Der Einfluss dieser Abhängigkeit ist wohlbekannt. Aber es gibt eine Reihe weniger offensichtlicher Werttreiber, die oft nicht ausreichend beobachtet und gesteuert werden.

Ein typisches Beispiel für einen solchen Werttreiber ist der Zeitraum, in dem ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil besitzt. Wie lange kann ein Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil aufrechterhalten und damit überdurchschnittliche Zuwächse bei Preisen und Volumen erzielen? Der Unternehmenswert wird deutlich höher sein, wenn die Antwort auf diese Frage zehn Jahre statt fünf Jahre lautet. Denn das Ergebnis einer Discounted Cash-flow-Bewertung ist sehr sensitiv gegenüber Veränderungen der bedeutenden Werttreiber.

Ein gemeinsames Problem aller heutigen Bewertungen ist die Glaubwürdigkeit von Geschäftsplanungen. Kann das Management wirklich umsetzen, was es in der Planung verspricht? Nur selten bekommen die mit einem Akquisitionsprojekt betrauten Mitarbeiter Einblick in alte Geschäftspläne, obwohl diese in zweierlei Hinsicht wichtige Informationen enthalten. Zum einen lassen sie die zugrunde liegende Planungsphilosophie erkennen, d.h., ob das Management sehr optimistische Ziele setzt, diese dann aber häufig nicht erreicht, oder ob das Management konservative Ziele setzt, sie dann aber regelmässig übererfüllt. Zum anderen zeigen die Pläne, ob sich die Erwartungen des Managements über die zukünftige Entwicklung verbessert oder verschlechtert haben. Wenn Sie bei einer Akquisition erkennen, dass die Erwartungen des Managements sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert haben, wird Ihnen das in aller Regel mehr Vertrauen in die Planung und die darauf aufbauende Unternehmensbewertung geben.
Schliesslich bleibt die wichtige Frage nach den Kapitalkosten. Ein geringerer Diskontierungssatz wird zu einem höheren Unternehmenswert führen und umgekehrt ein höherer Diskontierungssatz zu einem geringeren Wert des Unternehmens. Aber niemand weiss genau, welche Verzinsung die Investoren für die Zukunft erwarten. Bei Betrachtung der gegenwärtigen Kurs-Gewinn-Verhältnisse sollten die Verzinsungserwartungen relativ gering sein, was sich auch in einem niedrigen Diskontierungssatz widerspiegeln würde. Dem entgegen stehen aber die Erwartungen gleichbleibend hoher Zinserträge auf Basis stark wachsender Unternehmensgewinne und Marktwerte.
Die einfachste Lösung wäre es daher, die eigenen Investoren nach ihren Erwartungen zu fragen und diese dann als Kapitalkosten des Eigenkapitals anzusetzen. Sollten die Kapitalkosten zu hoch sein, bietet sich als Alternative die Finanzierung einer Akquisition über Fremdkapital an.


 
 
       
 
Kunden-Login/myzfu
     
Name:
Passwort:
   
 
Kontakt

ZfU - International
Business School
Im Park 4
CH 8800 Thalwil / Zürich

Tel:  +41 44 722 85 85
Fax: +41 44 722 85 86

 
Highlights  
 
 


 

   
Lernen als Weg
 
© Copyright ZfU AG - International Business School  
Executive MBA 23.07.2010 / E-mail an Webmaster