«Starten Sie eine Informations-Diät: Fragen sie sich, im Sinne
von zero-based budgeting, welche Informationen Sie wirklich aufgrund Ihrer Aufgaben
benötigen und in welcher Form und Frequenz.» Martin J. Eppler
Die Informationsflut macht heute mehr als jedem zweiten Manager ernsthaft zu schaffen.
Dies folgt aus einer repräsentativen, weltweiten Umfrage, welche von REUTERS letztes Jahr
durchgeführt wurde. 80 Prozent der befragten Manager glauben zudem, dass sich diese
Überschwemmung mit Information im Management weiter verschlimmern wird. Die einzig
mögliche Gegenstrategie besteht dabei aus einem systematischen persönlichen
Wissensmanagement. Nur so kann aus der Vielzahl von Informationen das richtige,
entscheidungsrelevante Wissen gewonnen werden. Ein derartiges Wissensmanagement für die
einzelne Führungskraft besteht aus einer Reihe von Prinzipien, von denen in der Folge
einige aufgeführt sind. Sie können den Umgang mit Informationen und dem eigenen Wissen
nachhaltig verbessern:
Strukturieren
Sie die benötigten Informationen aufgrund der Aufgaben Ihres Arbeitsbereiches und setzen
sie dementsprechend Prioritäten. Sie können z.B. nach folgendem bewährten Prinzip (in
Anlehnung an die bekannte «Eisenhower-Matrix») vorgehen: Dringende und wichtige
Informationen sofort sichten und lesen, dringende aber weniger wichtige weiterleiten,
wichtige und weniger dringende auf später verschieben (ablegen) und unwichtige und nicht
dringende Informationen direkt entsorgen.
Verbessern
Sie Ihre Informationskompetenz, indem Sie gezielter und selektiver lesen und indem Sie
moderne Informationsinstrumente (wie z.B. personalisierte Nachrichtendienste (Wie
beispielsweise www.my.yahoo.com), Metasuchmaschinen (ein empfehlenswerter, sehr einfacher
Agent stammt etwa von www.webferret.com) oder
Visualisierungstechniken) erlernen. Verbessern Sie auch die Absprache mit Kollegen, um so
Informationsaufgaben aufteilen zu können (wer liest was?)
Zentral ist die Trennung von Wesentlichem und Unwesentlichem: Verwenden Sie aufgrund
dieser Unterscheidung verschiedene Lesetechniken, wie z.B. Speed Reading für «diagonales
Lesen» oder die Methode «SQ3R» (Survey, Question, Read, Recall, Review) für intensives
Lesen.
Achten
Sie genauer auf die Motive, welche hinter einer Information (beispielsweise einer E-Mail)
stehen (z.K. = zwecks Karriere, zur Absicherung, aus «politischen» Gründen etc.) und
die Signale, welche auf die Qualität der Information deuten (Quelle, Stil, Medium, Autor,
Aktualität etc.).
Reduzieren
Sie die Anzahl regelmässig auf Sie eintreffender Informationen (Bsp.: Verteiler,
Zeitschriften, «Z.K.»s etc.) oder bündeln sie diese (beispielsweise durch einen
Pressespiegel oder durch die Delegation von Zusammenfassungen an sogenannte Ghostreader).
Verlangen
Sie von Ihren Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Geschäftspartnern, dass sie auf die
Informationsqualität achten, d.h. dass sie kompakte, gut strukturierte Informationen mit
Zusammenfassungen und Kommentaren zu Relevanz und Aufbau eines Textes liefern.
Nutzen
Sie Filter (persönliche, soziale, technologische) und persönliche Netzwerke intensiver,
um nur die für Sie relevanten Informationen zu erhalten.
Starten
Sie eine Informations-Diät: fragen sie sich, im Sinne von zero-based budgeting, welche
Informationen Sie wirklich aufgrund Ihrer Aufgaben benötigen und in welcher Form und
Frequenz.
Versuchen
Sie anstatt ziellos und auf Vorrat Informationen zu sammeln, Hypothesen zu entwickeln,
welche Ihre Informationssuche lenken und fokussieren können. D.h. entwickeln Sie eine
mögliche Antwort auf Ihr Problem (= die Hypothese) und suchen Sie in der Folge nur nach
Informationen, welche diese Antwort entweder bestätigen oder widerlegen können.
Mut zur Lücke!
Haben Sie zwischendurch die Gnade, nicht alles wissen zu wollen. Der Aufwand übersteigt
oft bei weitem den erreichbaren Nutzen durch den zusätzlichen Informationsgewinn. Zudem
kann eigenes Nachdenken manchmal weiterführen als das Suchen einer Information.Wissen
managen heisst Wissen sichtbar machen: das ist das Grundprinzip jeder
Wissensmanagementstrategie, ob auf individueller oder auf Unternehmensebene. Dieses
Prinzip ist den oben aufgeführten Hinweisen voranzustellen. So leiden Sie nicht unter der
Informationsflut, sondern nutzen sie gezielt.