Wikinomics:
Mit anderen bist du stark, allein bist du wenig.
Das kooperative Modell des Wirtschaftens heisst "Wikinomie". Trotz rasanten Tempos der Veränderung ist schnelles, innovatives Handeln möglich. Wie praktikabel die Philosophie des Wikinomics-Universums ist, zeigt Wikipedia. Jetzt kann die Belegschaft selbst Prozesse und Direktiven gestalten und fliessend verbessern. Es entsteht ein Kompendium über alle im Unternehmen vorhandenen Kompetenzen - ob Arbeit oder Hobby - mit raschem Zugriff auf gerade benötigtes Wissen. Dezentral wird es zusammengeführt, gebündelt und weiterentwickelt.
Aus der Praxis: IBM pflegt offene Kooperation mit Tausenden von Programmierern. Auf externe Köpfe setzt auch BMW, online über eine virtuelle "Innovationsagentur”. KMUs speisen dort ihre Gedanken ein. Bei Xerox erarbeitete früher eine Technologie-Chefin mit zwei Kollegen das Strategiepapier. Heute wird das offene Dokument laufend von allen Mitarbeitern aus Forschung und Entwicklung verfeinert. Das Wiki-Konzept ist ein Gewinn. Weltweit bringen Mitarbeiter, Experten, Partner und Lieferanten ihre Erfahrungen ein. So entstehen neue Lösungen. P+G beschäftigt 9'000 Chemiker. Über die Ideenbörse InnoCentive kommen 130'000 Tüftler für ungelöste Fragen hinzu - honoriert auf Erfolgsbasis. Welch dynamische Kreativkraft!
Bei MindStorms.LEGO.com wurden über 300.000 Talente in den Bann der virtuellen Factory gezogen. Jeder erhält ein Software-Kit, mit dem man gegenseitig versucht, sich mit Konstruktionen zu übertrumpfen: von Sortier-Robotern bis zu Mini-Kopiergeräten. Mit LEGO MindStorms wird an der ETH Zürich selbständiges Arbeiten, Teamarbeit und das Darstellen der Arbeitsergebnisse in Präsentationen gefördert.
Sorgfältiges Bewirtschaften ist geboten: Die Kunst liegt darin, ein Portfolio geistigen Eigentums mit globalem Wissen international technisch zu verknüpfen. Gesucht sind kreative Formen, diese Ideen in fairer Art zu honorieren. Dann wird es zunehmend Freelancer geben, die sich zu Hause den Problemen dieser Welt annehmen. Die Teilhabe der Menschen an der Wirtschaft weckt Initiative, Spieltrieb und persönliche Interessen. Wikinomie bedeutet: Kosten reduzieren, Qualität optimieren und eine erfüllendere Form der Arbeit fördern. Arbeitgeber profitieren von der motivierenden Wiki-Transparenz.
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