Führen und Arbeiten in der Wissensgesellschaft
Peter Drucker, Pionier der modernen Managementlehre, hat 1973 den Begriff „Wissensarbeiter“ geprägt. Heute ist der „Wissensunternehmer“ in der Ära der Wissensgesellschaft treffender. Dieser neue Berufstypus weiss mehr über die eigene Arbeit wie jeder andere in seiner Organisation. Er erzeugt, analysiert, hinterfragt, verknüpft und interpretiert Wissen. Dieser Prozess gibt den Anstoss zu originären, kreativen Ideen. Wissen ist der Zündmechanismus für Innovationen.
Die Rolle des Managements verändert sich in der Wissensorganisation. Das Reglementieren und Standardisieren rückt in den Hintergrund. Strategien erarbeiten, Ziele setzen und Ergebnisse messen – das zählt in der Zukunft! Auf dem Führungsgebiet liegt ein riesiges unausgeschöpftes Potential, auch über verbesserte Prozesse, bewusstes Selbstmanagement und herausfordernden Zielen.
Der Wissensunternehmer läuft zur Hochform auf, wenn er Inhalt, Raum und Zeit frei gestalten kann. Mit anderen Leuten kooperieren und kommunizieren wirkt wie ein Stimulansmittel für Leistung und Arbeitszufriedenheit. Viele dieser Spezies sind noch zu schwach im Umwandeln von Wissen in Wertschöpfung. Die Produktivität der Wissensarbeit steigern, das ist die grosse Herausforderung vor der wir stehen. Die Leistung des Knowledge Workers ist aus eigenem Antrieb gesteuert, seine Selbstmotivation ist entscheidend. Unternehmen, in denen ein Arbeitsumfeld geschaffen wird, in dem Konzentrieren und Kreieren gefördert wird, sind dem Wettbewerber überlegen. Das Schlusslicht leuchtet dort, wo man Wissen kontrollieren und standardisieren will sowie offene Ergebnisse oder Prozesse scheut.
Der Wissensunternehmer muss in der Rezession wie Vermögen gehegt und gepflegt werden. Er ist kein Kostenblock, sondern ein willkommener, renditeträchtiger Initialzünder, der den Aufschwung beschleunigen kann.
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