04.12.2018

«Ohne Musse keine Zukunft»: Das (Arbeits-)Leben im Jetzt

Elisabeth Schmid war am 29. November bei unserer Führungs-Tagung mit Ihrem Statement «Ohne Musse keine Zukunft» auf der Bühne. Um was ging es in Ihrem Referat?

Es ging um die Mussezeit: ein Begriff, den wir beinahe schon vergessen haben – und leider auch allzu häufig bereits verlernt. Gemeint ist die Zeit des augenscheinlichen Nicht-Tuns, die uns gern als langweilig, als verschwendet erscheint und die wir aus diesem Grund mit allen möglichen Aktivitäten füllen, um nicht als Low-Performer, Langweiler oder Nutzniesser zu erscheinen. Wir erlauben uns diese Zeit nicht, weil wir ökonomisch denken müssen, weil wir getrieben werden vom vielen «Tun-Müssen» oder vom Freizeitwahn.

Die Lebensblume mit fünf Blättern

Der Hintergrund ist der Ausgleich zwischen Sympatikus und Parasympatikus, zwischen Selbstkontrolle und Selbstregulierung. Ich arbeite sehr gern mit dem Modell der Lebensblume, um diese Balance zu veranschaulichen. Diese besteht aus fünf Blättern: Arbeit, Beziehungen, Körper, Freizeit – und eben die Mussezeit. Die Lebensblume hilft, eine Vorstellung davon zu bekommen, was in diesen fünf elementaren Lebensbereichen konkret für jeden selbst enthalten sein soll und wie sie sich ausbalanciert anfühlen können. Oder ganz konkret: Was in meinem Leben kann bleiben, was möchte ich ändern und was möchte ich in meinem Leben gar nicht mehr!

Stichwort «ausbalanciert»: Mussezeit vs. Work-Life-Balance

Am Begriff «Work-Life-Balance» kommt man nicht vorbei, wenn man sich mit diesem Themenkomplex beschäftigt. Dabei trennt der Begriff die Arbeit und das Leben – was einfach nicht korrekt ist, denn Leben findet über viele Lebensjahre hinweg vor allem auch in der Arbeit statt. «Work-Life-Blending» ist eine neue Art der Betrachtung, die die Generation Y ins Spiel gebracht hat, deren Bedürfnisse dahin gehen, die Arbeit ohne feste Arbeitszeiten in ihr Leben «einzublenden», gerne auch sehr intensiv zu arbeiten und sich dafür dann auch entsprechende Auszeiten wie z. B. sabbatische Pausen etc,  zu nehmen. Bedürfnisse werden demnach nicht mehr auf später aufgeschoben, sondern im Jetzt gelebt. Das kommt den grundlegenden Vorstellungen der jetzigen und v.a. der nachfolgenden Arbeitsgenerationen näher.

Mussezeit ist jedoch noch etwas anderes als Work-Life -Blending: Es ist die Zeit, in der wir äußere Einflüsse abschalten, wirklich zu uns kommen,  unserem inneren Wollen und Sein nahe kommen und in der wir Zugang zu unseren Intuitionen erhalten – eine wichtige Voraussetzung dafür, Probleme und Themen mit wirklicher Kreativität angehen zu können.

Tipp: Seminar mit Elisabeth Schmid  «Leben oder gelebt werden – Sie entscheiden!». Mehr erfahren >

Zur Person: Elisabeth Schmid ist Business Coach und Consultant, stammt selbst aus einem Familienunternehmen in 3. Generation und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als Vertriebsprofi und Führungskraft auf internationalem Parkett. In Verbindung mit ihrer Ausbildung zum Business- und Neuroimaginationscoach verbindet sie unternehmerische Erfahrung mit profundem Know-how aus der Psychologie. Spezialisiert auf Vertriebs-, Führungs-, Team- und Gesundheitsthemen, sowie Personal- und Stressdiagnostik gibt sie ihr Know-How in Coachings, Trainings, Workshops und Vorträgen weiter. Ausgeprägte weibliche Intuition lässt sie schnell und tief verstehen, praktische Umsetzung begleitet sie mit kraftvoll-sensibler Hand.