Fachartikel Übersicht

02.08.2017

Interview mit Dr. Mathias Kotowski

Error: no file object

Claudia Buzzelli, Leiterin ZfU Leadership Academy, im Gespräch mit Dr. Mathias Kotowski, Experte für Führung und Change Management

ZfU:Wie wichtig sind persönliche und soziale Kompetenzen wirklich für den beruflichen Erfolg im „harten“ Business?
Mathias Kotowski: Was kann ICH anderes sagen als „super wichtig“? Es gibt dazu aber auch neutrale Stimmen. Bemerkenswert ist zum Beispiel eine Aussage von Ralf Rangnick, Sportdirektor von RB Leipzig: „Nach 35 Jahren im Geschäft, von der Bezirksliga in Backnang bis zur Champions League, bin ich fest überzeugt: Entscheidend für den Erfolg, egal in welcher Liga, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen der Verantwortlichen.“

ZfU:…und deshalb muss man bei der Personalauswahl genau darauf achten, dass es passt, dass die Leute gut miteinander können, dass die Sympathieebene stimmt…?
Mathias Kotowski: Sympathie oder „Draht zueinander“ erleichtern sicher manches. Für grossen Erfolg reicht das aber bei weitem nicht. Und dann sind wir mitten drin im Feld der persönlichen und sozialen KOMPETENZEN.

ZfU:Persönliche und soziale Kompetenzen sind also sehr wichtig?
Mathias Kotowski: Das entspricht ja auch den Erfahrungen, die wir tagtäglich im Arbeitsleben machen – wenn wir Mitarbeitende und Kollegen erleben und wenn wir selbst immer wieder an unsere Grenzen stossen.

ZfU:Ja, das hat aber doch hauptsächlich etwas mit Talent oder Charakter zu tun. Wobei wir wieder bei einer guten Personalauswahl wären!
Mathias Kotowski: Auch hier wieder: Das erleichtert sicher manches. Aber „ohne Training verliert man das Talent“, sagt zumindest Leonardo da Vinci. Und ich würde noch hinzufügen: „Wenig Talent kann in hohem Masse durch Fleiss ausgeglichen werden.“ Was ich damit meine: Hohe persönliche und soziale Kompetenzen sind nicht Zufall oder Schicksal. Das hat hauptsächlich mit professionellem „Handwerk“ zu tun. Da schliesse ich „Kopfwerk“, „Herzwerk“ und „Mundwerk“ mal mit ein…

ZfU:Eine Führungskraft oder ein erfolgsorientierter Mitarbeiter kann also persönliche und soziale Kompetenz erlernen?
Mathias Kotowski: Ja.

ZfU:Und wieso steht persönliche und soziale Kompetenz nur bei wenigen Führungskräften im Fokus?
Mathias Kotowski: Das ist eine spannende Frage. Es ist wissenschaftlich eindeutig erwiesen: Trotz oder wegen Digitalisierung, VUCA und Agilität liegt der Schlüssel für grösstmöglichen Erfolg in den persönlichen und sozialen Kompetenzen der wichtigen Mitarbeiter. Da ist es umso erstaunlicher, wie wenig hier investiert wird und wieviel Geld und Zeit gleichzeitig in neue Strukturen, Prozesse, Produktentwicklung, Marktforschung oder in den Auf- und Ausbau von Fach- und Methodenkompetenzen fliessen.

ZfU:Weshalb lohnt sich die Investition in das Seminar „Persönliche und soziale Kompetenz im Business“?
Mathias Kotowski: Es lohnt sich, weil wir da keine allgemeine Selbsterkenntnis machen, sondern eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu den persönlichen und sozialen Kompetenzen, die wirklich erfolgsrelevant sind. Das ist ein klares überschaubares Paket, das aber deutlich breiter ist als die klassischen „weichen“ Faktoren. Das beginnt mit Konsequenz und hört mit Belastbarkeit auf.

ZfU: Du sprichst von der Cooperation Potential Evaluation, die jeder Teilnehmer basierend auf seinem Online-Test erhält?
Mathias Kotowski: Genau. Die CPE beinhaltet sieben Hauptfaktoren, und zu jedem gibt es konkrete Werkzeuge für die erfolgreiche Anwendung im alltäglichen Verhalten – in der Führung und der Zusammenarbeit.

ZfU: Und wenn man die kennt, ist man erfolgreich im Business?
Mathias Kotowski: Nein. Ohne Anwendung der Werkzeuge im Alltag funktioniert es natürlich nicht. Deshalb gibt es über die gesamten drei Tage hinweg parallel zum Training persönliches Coaching. Dadurch kann der Teilnehmer seine Erkenntnisse direkt auf seine individuelle berufliche Anforderungssituation übertragen und die Werkzeuge in seinem Alltag wirkungsvoll einsetzen.

ZfU:Gibt es Menschen, für die das Seminar besonders geeignet ist?
Mathias Kotowski: Ja. Hauptzielgruppe sind ambitionierte Führungskräfte und Mitarbeiter, die erkannt haben, dass persönliche und soziale Kompetenzen der Schlüssel zum Erfolg sind.

Zur Person

Dr. Mathias Kotowski ist Experte für Führung und Change Management, Historiker, Philosoph und Theologe, zertifizierter Organisationsberater, Supervisor und Coach. Herr Kotowski begleitet branchenübergreifend Firmen zu Fragen des Performance Managements und ist Spezialist für die Weiterentwicklung von aktuellen und zukünftigen Leistungsträgern in Unternehmen. Die Leidenschaft und Stärke von Mathias Kotowski: Nicht einfach irgendetwas Sinnvolles machen, sondern zuhören - um genau den Nutzen zu erzielen, den Personen und Organisationen brauchen.

ZfU Seminar-Empfehlung:

Persönliche und soziale Kompetenz im Business
Workshop mit Potenzialanalyse und individuellem Coaching
Zum Seminar >