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07.02.2018

Nur mit Diplomatie ist Durchsetzungsstärke möglich

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Schauen wir zusammen genauer hin, wie aus der «gewagten These» eine fundierte Aussage wird: Jemand kann sich durchsetzen mit Hilfe von Macht. Das wäre dann Kommandoton, autoritäre Anweisung, Drohgebärde, Angst machen («Ich dulde keinen Widerspruch »). Sicher kennen Sie alle solches Verhalten.

Auch mit Hilfe von Geld wollen Menschen sich durchsetzen. Im Büro heisst das dann: «Es ist sicher unangenehm für Sie, muss aber leider sein. Wir können dann auch im  Sommer über eine Gehaltserhöhung nachdenken...» Der Andere macht dann zwar (widerwillig), was gefordert wird, fühlt sich aber manipuliert und nicht ernst genommen.

Jetzt zurück zu meiner Ausgangsthese: Diplomatie ist das Bindeglied, das Transportmittel und die Akzeptanz zum Gegenüber. Eine Forderung, eine negative Nachricht, eine klare Anweisung. … gelingen dann besonders überzeugend, wenn wir sie diplomatisch übermitteln. Das heisst keineswegs, zu «sülzen» und unehrlich zu sein. Sehr wohl aber einfühlsam und verständnisvoll zu sein für die Situation des Anderen. Sicher kennen Sie alle den Satz «Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück.» Sehen Sie, genau darum geht es. Freundlich, klar, einfühlsam zu sagen, was ist. Nicht mehr – nicht weniger!

Das kann sich dann z.B. so anhören: «Hallo, Frau Müller, ich weiss, Sie haben den Schreibtisch total voll und jede Menge zu tun. Und jetzt komme ich und bitte Sie, mir bis morgen Mittag die Zahlen des letzten Monats zusammen zu stellen. Wir brauchen sie für die Präsentation beim Vorstand. Mir ist klar, dass Sie jetzt Ihre Prioritäten umschichten müssen – das macht niemand gerne. Trotzdem – es muss sein. Ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.» 

Natürlich hätten Sie auch Frau Müller anrufen können und mit finsterem Gesicht und strenger Stimme sagen können: «Frau Müller, ich brauche die Zahlen des letzten Monats. Bis morgen 12 Uhr. Schicken Sie sie mir per Mailanhang. Danke.» Spüren Sie den klimatischen Unterschied? Menschen sind zu ganz vielen Dingen zu bewegen, wenn sie sich ernst genommen und respektiert fühlen. Und hier schliesst sich der Kreis: Diplomatie ist nämlich nichts anderes als freundlicher, ernsthafter und respektvoller Umgang mit dem Gesprächspartner. Ihm zeigen, dass ich seine Situation, seinen Blickwinkel nachvollziehen kann und trotzdem klar und zielbewusst bin. Im Chinesischen gibt es das Sprichwort: «Wer nicht lächeln kann, sollte kein Geschäft eröffnen». Etwas abgewandelt sage ich: «Wer nicht lächeln kann, kann sich auch nicht durchsetzen». Denken Sie doch gelegentlich darüber nach, bevor Sie sich bei nächster Gelegenheit «auf die harte Tour» durchsetzen, denken nach, ob Durchsetzung mit Diplomatie nicht der bessere Weg sein könnte. 

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Zur Person

Ursu Mahler ist selbstständige Managementtrainerin, Potenzialentwicklerin und Coach. Nach der Ausbildung zur Sozialpädagogin absolvierte sie mehrere  psychotherapeutische Ausbildungen (Gestalttherapie, Psychodrama, Aufstellungsarbeit, DISG). 10 Jahre in der sozialen Arbeit prägten ihren Trainingsstil. Danach folgten weitere Jahre in der freien Wirtschaft/Industrie. 1991 startete sie ihre Selbstständigkeit. Seit nunmehr 27 Jahren erzielen ihre Trainings und Coachings mit Führungskräften, AssistentInnen, Teams und Einzelpersonen beste Rückmeldungen, exzellente Ergebnisse und höchstes Lob. Sie ist die «Grande Dame» der Branche und überzeugt durch Praxisnähe, Einfühlungsvermögen und klare Konzepte. Sie wurde mit mehreren Training-Awards ausgezeichnet, schrieb diverse Bücher zu «ihren Themen» und ist Dozentin an den Hochschulen Biberach und Bad Gleichenberg.