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10.01.2018

Wie gestaltet man eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur in Zeiten der Digitalisierung?

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Constantin Peer - Neue Denkansätze wie «Reinventing Organizations» oder «Holacracy» machen derzeit Furore. Welchen Trends folgen diese Ansätze, und was schafft für die Unternehmenswelt einen zukunftsorientierten Mehrwert?

Die relevanten Trends im digitalisierten Zeitalter

  1. Hohe Eigenverantwortung verbunden mit einem Rückgang des hierarchischen Denkens sind signifikant. Zu beachten ist auch der Generationenwechsel von Millennials bis zu Z. 
  2. Die stärkere abteilungsübergreifende Vernetzung und netzwerkartige Zusammenarbeit bilden die Regel, nicht die Ausnahme.
  3. Die Rollen und die dazu passenden Zuständigkeiten sind wichtiger geworden als die hierarchische Stellung. Sie werden bei Spannungen immer wieder neu verhandelt.
  4. Die neuen Ansätze basieren auf einem Paradigmenwechsel zu einem mehr holistischen Verständnis. Dazu gehört die Übernahme der Verantwortung für das ganze Unternehmen. Die Arbeit und der Arbeitsplatz umfassen alle Aspekte des Menschseins.

DialoguePlus: die Basis für eine zeitgemässe Kultur

Die vier Trends sind unumkehrbar und finden ihre Berücksichtigung am besten in einer zeitgemässen Dialogkultur:

  • Neue Perspektiven kontinuierlich integrieren statt zu neutralisieren (inkrementelles Lernen).
  • Annahmen und Prämissen erkennen, benennen und gffs. mutig hinterfragen.
  • Sich auf eine dynamische Beziehungsgestaltung einlassen und die entstehende Energie für den Prozess nutzen.
  • Sich die übergeordneten Ziele und Prinzipien (z. Bsp. Vision, Führungsrichtlinien) während der gerade stattfindenden Kommunikation immer wieder bewusstmachen und Abweichungen sofort ansprechen (paralleles Lernen: Das «Wie» entspricht dem «Was».).

Der Dialog als Gegengewicht

Ein so verstandener Dialog bildet ein bewusstes Gegengewicht zur neuen Welt der sozialen Medien, die vorwiegend informations- und unterhaltungsbezogen sind. Geht es um wichtige Entscheidungen, Gespräche und Meetings, dann ist eine reflektierte und vertiefte Kommunikation vorzuziehen. Damit der Dialog in der heutigen schnelllebigen Zeit praktikabel ist, sollten getroffene Entscheide und vorgegebene Rahmenbedingungen nicht ständig neu hinterfragt, sondern stufen- bzw. rollengerecht umgesetzt werden. Dieser implizite Konsens umfasst auch das Bemühen aller, innert nützlicher Zeit zu einem Konsens zu kommen. (Faule) Kompromisse und Pattsituationen sind fast immer das Resultat von zu wenig Kreativität, Beziehungsoffenheit, Hinterfragungsbereitschaft, oder entspringen, wie z. Bsp. in der Politik, dem System selbst. 

Eine praktikable Lösung 

DialoguePlus entspricht einer Grundhaltung, welche auch bei angestammten Organisationen wie Versicherungen, Banken, Pharma, Industrie, Logistik und Verwaltungen die unumkehrbaren Trends berücksichtigt, ohne aber das Unternehmen mit einer radikalen Neuorganisation (z. Bsp. ohne die klassische Vorgesetztenrolle) zu überfordern. Für Unternehmen, in denen Innovation, nachhaltiges Wachstum oder die Nutzung der kollektiven Intelligenz wichtig sind, bildet die so verstandene Dialogkultur eine erfolgversprechende Basis, wie die Erfahrungen in verschiedenen Firmen zeigen.

Zur Person

Constantin Peer begleitet international seit 30 Jahren Organisationen, Leitungsgremien und Einzelpersonen als Dialogexperte/Executive-Coach und Berater für Kulturwandel. Er ist Dozent beim ZfU (Core-Faculty) und in verschiedenen Fachhochschulen.

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