ZfU News Übersicht

12.05.2016

Beste Arbeitgeber der Schweiz 2016

Error: no file object

Great Place to Work® Switzerland hat am 13. April die Auszeichnung für die Besten Arbeitgeber der Schweiz 2016 verliehen und dafür fast 14’000 Mitarbeitende befragt und die ZfU International Business School war als Kooperationspartner vor Ort.

Menschen machen grossartige Arbeitgeber aus

Bei den 25 ausgezeichneten Unternehmen sagen im Schnitt 92% der Mitarbeitenden „Alles in allem kann ich sagen, das hier ist ein guter Arbeitsplatz.“ In der Kategorie grosser Unternehmen (250+ Mitarbeitende) belegt Google Switzerland GmbH den ersten Platz, die UMB AG bei den mittelgrossen (50-249 Mitarbeitende) und Rackspace International GmbH bei den kleinen Unternehmen (20-49 Mitarbeitende). Die Sonderpreise für zukunftsorientiertes Generationenmanagement gehen an Bristol-Myer Squibb (Kategorie Generation Y) und Mundipharma Medical Company (Kategorie 50plus).

Die vollständige Gewinner-Liste finden Sie auf www.greatplacetowork.ch.

Die 25 besten Arbeitgeber der Schweiz sind nicht nur nach Geschäftszahlen erfolgreich. Wenn 87 Prozent der Mitarbeitenden bei 60 Fragen zum Arbeitsplatz zufrieden antworten, haben die Unternehmen auch intern ihren Job hervorragend gemacht. Teamgeist, Respekt, Kooperation, Mitbestimmung, grosse Freiheiten sowie Entwicklungsmöglichkeiten und vor allem auch Spass bei der Arbeit sind das, was die Mitarbeitenden in ihren Bewertungen und Kommentaren über ihre Arbeitsplätze sagen. Diese Bewertungen aus den Mitarbeitendenbefragungen gehen zu 2/3 in die Gesamtbewertung für die besten Arbeitgeber ein. Die Firmen reichen zusätzlich einen Kulturaudit ein, in dem sie ihre mitarbeiterbezogenen Prozesse beschreiben und belegen müssen, dieser geht zu 1/3 in die Gesamtbewertung ein. Abweichungen zwischen der Bewertung der Mitarbeitenden und der Zielsetzung der Prozesse zeigt Great Place to Work® auf und hilft dabei, sie zu überwinden. Die besten Unternehmen schliessen diese Lücken konsequent und involvieren ihre Mitarbeitenden dabei.

Unterschiede zwischen ausgezeichneten und nicht ausgezeichneten Unternehmen
Für 88% der Mitarbeitenden in den ausgezeichneten Unternehmen hat der Job eine besondere Bedeutung und ist nicht einfach nur ein Job (nicht ausgezeichnete Unternehmen 80%). Noch deutlicher heben sich die ausgezeichneten Unternehmen bei anderen Aspekten ab: „Die Mitarbeiter kommen gerne zur Arbeit” 89% (72%), „Jeder hat hier die Möglichkeit, Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen” 82% (60%), „Mir wird Weiterbildung und Unterstützung für meine berufliche Entwicklung angeboten” 81% (57%), „Die Mitarbeiter werden ermutigt, einen guten Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben zu finden” 80% (62%). Gutes Management und Teamspirit zeigt sich besonders bei der Frage „Wir ziehen hier alle an einem Strang”. Das bejahen bei den ausgezeichneten Unternehmen 85% der Mitarbeitenden, bei den nicht ausgezeichneten zwei Drittel.

Potenziale

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Beurteilungen aller befragten Mitarbeitenden im Durchschnitt leicht verbessert. Und es zeigen sich wie im letzten Jahr Unterschiede bei Frauen und Männern innerhalb aller befragten Schweizer Unternehmen (Gewinner und Nicht-Gewinner). 73% der Männer empfinden ihr Gehalt als fair, hingegen nur 62% der Frauen. 78% der Männer bewerten die Weiterbildungsmöglichkeiten positiv, bei den Frauen sind es 70%. Erfreulich ist: Frauen vergeben im Durchschnitt über alle Themen mit 78% Zufriedenheit ihren Arbeitgebern nur leicht schlechtere Noten als Männer mit 82%. Allerdings vergeben beide Geschlechter ähnlich verbesserungsbedürftige Werte bei der Frage, ob sie vom Management bei wichtigen Entscheidungen gefragt werden, die den eigenen Arbeitsplatz betreffen. Nur 7 von 10 Befragten beantworten dies mit Ja.

Alles perfekt?

Selbst bei den Besten der Besten ist keineswegs alles perfekt. Den Unterschied macht aber der Umgang mit Schwierigkeiten. Während einige Unternehmen Probleme zurückblickend rechtfertigen, schauen andere nach vorne und wachsen daran. Kultur braucht Widerstand. Die Podiumsplatzierten sind den „traditionell geführten Unternehmen“ in vielen Hinsichten voraus, sie engen ihre Mitarbeitenden nicht ein, sondern schaffen Freiräume. Sie sind agil, hinterfragen sich ständig und setzen mutig um. Das Ergebnis: eine „Let’s do it!“ – Mentalität. Das motivierende und inspirierende Arbeitsklima, das Engagement, das Gefühl „we are a family“, der Teamgeist, all diese Kulturaspekte kommen nicht von ungefähr. Egomanen und Einzelkämpfer sind nicht das, was die Top-Firmen suchen. Eine gute Ausbildung, eine lange Liste von Fortbildungszertifikaten und Erfahrung reichen nicht. Der „Cultural Fit“ ist matchentscheidend, und damit eben die Persönlichkeit der Mitarbeitenden, der Mensch.

Autor: Dr. Dirk Hanebuth
Fotos: Johannes Diboky
(www.johannesdiboky.com/)