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27.09.2017

Wofür stehe ich morgens auf?

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Ein Interview mit Martin Wezowski, Chief Designer und Futurist für das Chief Innovation Office von SAP.

Was ist Ihre genaue Aufgabe als Chief Designer bei SAP?

Ich versuche herauszufinden, in welche Richtung sich SAP als nächstes entwickeln sollte. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen verfolge ich Trends und werte Marktanalysen im Technologiesektor aus. Ich beobachte wie sich Communities verändern und wie das alles zusammen unsere zukünftige Arbeit verändern wird. Anhand dieser Beobachtungen und Analysen überlegen wir uns, wie die Zukunft konkret aussehen könnte. Dabei mache ich mir auch viele Gedanken, was eine wünschenswerte Zukunft für den Mensch sein könnte. Ich versuche herauszufinden, welche Veränderung in der Technologielandschaft eine positive Veränderung für den Menschen bringen kann und welche Rolle SAP dabei einnehmen sollte. Wir möchten Pioniere in der Weiterentwicklung mit neuen Technologien sein.

Was ist demnach der nächste Schritt für SAP?

Ein spannendes Feld ist für uns die «Intelligente Software». Diese hat ein unglaubliches Potenzial im Enterprise-Segment. Was uns auch beschäftigt, ist das Thema «Die Zukunft der Arbeit». Es geht darum, wie wir arbeiten. Es geht aber vor allem auch darum, zu definieren, was das Arbeiten in Zukunft ausmacht – was es ist.
Es gibt Tätigkeiten, die Roboter einfach besser können als der Mensch. In der Zukunft, so wie ich sie mir vorstelle, wird der Mensch Arbeiten verrichten, die mehr seiner Natur entsprechen, als es im Moment der Fall ist. Im Moment ist es uns Menschen noch nicht (wieder) erlaubt, sich wirklich wie ein Mensch zu verhalten. Wenn wir Maschinen als Helfer betrachten, könnte sich das ändern. Maschinen können uns z.B. eine neutrale Sicht zeigen, unabhängig von Bias in unseren Köpfen. Bias im Sinne von Denkstrukturen, Vorlieben oder Meinungen.

Wo siehst Du die Herausforderungen in Deinem Business?

Die Anwendungen am Ende zu entwickeln, ist vergleichsweise einfach. An den Technologien wird ständig gearbeitet. Für mich ist der Knackpunkt der Zusammenhang zwischen unseren Produkten, unseren Kunden, den Endnutzern, also den Mitarbeitern und dem Markt. Innovation ist für die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens wichtig. Es braucht ein vielfältiges Arbeitsteam mit vielen unterschiedlichen Ansichten auf die Dinge. Um am Ende eine wirklich gute Idee hervorzubringen, muss man vorher sehr viele unterschiedliche Ideen besprochen haben. Um diese zu bekommen, müssen wir uns von der Vorstellung lösen, dass es ausreicht, einen Raum voll mit Leuten zu haben, bei denen es so aussieht, als hätten sie viele verschiedene Ideen. Sie können so tun als hätten sie verschiedenen Ideen, weil sie alle gut reden können, aber sie sind alle gleich: Sie haben meistens den gleichen Bildungsweg, die gleichen Hintergründe usw. Wir brauchen viele unterschiedliche Menschen, um innovativ zu bleiben, um viele verschiedene Ideen zu generieren. Wer keinen Wert auf Vielfältigkeit legt, stoppt Innovationen auf dem direkten Weg.

Wofür stehst Du morgens auf – was treibt Dich an?

Wenn man in diesem Gefüge ein Szenario gefunden hat, kann man darüber auch Geschichten erzählen: «Ich stelle mir dieses und jenes so und so vor». Hat man diesen Punkt erreicht, ist es leicht einen Anforderungskatalog an neuen Entwicklungen aufzustellen und diese umzusetzen. Das ist genau das, warum ich meinen Job so liebe. Ich stelle mir vor, wie wir die Zukunft der Arbeit verbessern können. Ich stelle mir Szenarien vor und übertrage sie dann in unsere Produktpalette. Diese Überlegungen treiben mich wirklich an.

Unser Tipp:
Erleben Sie Martin Wezowski live! Besuchen Sie das 21. ZfU Querdenkerforum am 24. Januar 2018 in ZH-Regensdorf.