13.05.2025

Führen in der Sandwichposition – zwischen den Stühlen, aber nicht ohne Einfluss

in Kategorie: Führung und Leadership

Führungspersonen im mittleren Management bewegen sich in einem Spannungsfeld: Sie stehen unter dem Erwartungsdruck der Unternehmensleitung und zugleich in der Verantwortung für ihre eigenen Teams. Wer dabei auch noch Führungskräfte führt, übernimmt eine doppelte Übersetzerrolle – strategisch nach unten, operativ nach oben.

Zwischen Verantwortung und Vermittlung – die Herausforderung der Sandwichposition

Führung in der sogenannten Sandwichposition ist mehr als ein struktureller Umstand – sie ist eine psychologisch und organisational anspruchsvolle Rolle. Wer in der Mitte steht, trägt Verantwortung in zwei Richtungen: Die strategischen Vorgaben des Top-Managements müssen in operative Realität übersetzt werden, gleichzeitig gilt es, die Perspektiven der Mitarbeitenden oder unteren Führungsebenen zu vertreten.

In Phasen hoher Veränderungsdynamik wird diese Mittelschicht zur entscheidenden Steuerungsinstanz. Doch die Doppelrolle bringt auch Belastung: Laut einer Studie des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) empfinden 72 % der mittleren Führungskräfte die Mehrfachbelastung als emotional herausfordernd – vor allem dann, wenn sie keine ausreichende Rückendeckung von oben erfahren und gleichzeitig für Motivation und Bindung im Team sorgen sollen.

Führen von Führungskräften – die zusätzliche Komplexität

Wer als Bereichs- oder Abteilungsleiterin nicht nur Mitarbeitende, sondern andere Führungskräfte führt, steht vor einer weiteren Dimension: Es gilt, Führung zu ermöglichen, ohne zu mikromanagen. Es geht um Steuerung über Haltung, Vertrauen und strategische Klarheit – nicht über direkte Eingriffe.

Die Herausforderung: Führungskräfte wollen wirksam sein. Wenn jedoch übergeordnete Zielkonflikte, politische Entscheidungen oder widersprüchliche Erwartungen dominieren, geraten auch gestandene Führungspersönlichkeiten ins Straucheln. Die mittlere Führungsebene ist dann gefordert, Orientierung zu geben, Räume zu schaffen – und zugleich loyal gegenüber der Gesamtorganisation zu bleiben.

Das verlangt Kommunikationsstärke, Konfliktsouveränität, systemisches Denken – und eine hohe Reflexionsfähigkeit über die eigene Rolle.

Fazit: Navigieren lernen, nicht nur aushalten

Wer in der Sandwichposition langfristig erfolgreich führen will, braucht keine einfachen Lösungen, sondern ein klar geschärftes Rollenverständnis und ein stabiles Repertoire an Führungsinstrumenten. Es geht nicht darum, es beiden Seiten recht zu machen – sondern darum, Verantwortung differenziert und bewusst wahrzunehmen.

Seminartipp: Erfolgreich führen in der Sandwichposition
Das ZfU-Seminar „Erfolgreich führen in der Sandwichposition“ bietet genau dafür den Rahmen: Reflexion, praxisnahe Strategien und gezielte Werkzeuge für Führungskräfte, die in der Mitte stehen – und mehr als nur vermitteln wollen.

Autor: Judith von Rotz, CEO ZfU

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