16.12.2025

Was Unternehmer von Federer & Co. lernen können

in Kategorien: Verwaltungsrat, Strategie und Unternehmensführung

LOSLASSEN Für viele Unternehmer ist der Firmenverkauf eine der emotional anspruchsvollsten Entscheidung ihres Lebens. Jahrzehntelang wurde aufgebaut, geführt, riskiert – und nun soll das Lebenswerk in neue Hände übergehen. Am besten plant man die Nachfolge, solange die Arbeit Freude macht. Wer zu spät beginnt, hat weniger Spielraum bei Preis und Übergabe und verliert leicht die Freude.

Man kennt dieses Muster aus dem Sport: Manche warten mit dem Rücktritt zu lange, bis die Energie schwindet und der Moment verpasst ist. Die Ausnahme bestätigt die Regel: Roger Federer, Beat Feuz oder Andres Ambühl haben es anders gemacht. Sie haben ihren nächsten Schritt geplant, kommuniziert und gestaltet, während es noch Freude machte. Genau diese Souveränität brauchen auch Unternehmer. 

Darum früh beginnen! Ein strukturierter Verkaufsprozess dauert im Schnitt rund zwölf Monate – von der Bewertung über die Käufersuche bis zur Vertragsunterzeichnung. Und das ist nur der erste Teil. Die eigentliche Übergabe mit Einarbeitung, Wissenstransfer und Vertrauensaufbau braucht nochmals 12 bis 24 Monate. Wer früh startet, hat Zeit, diese Phase aktiv zu gestalten, statt sie nur zu erdulden. 

Wer seine Nachfolge vorbereitet, solange alles rund läuft, behält die Kontrolle. Ob familieninterne Lösung, Management-Buy-out, Branchenpartner oder Investor, wer ohne Zeitdruck handelt, wählt mit klarem Kopf und kann auf Augenhöhe verhandeln. Denn bei einem Unternehmensverkauf geht es nicht nur um den Preis, sondern auch darum, dass Kunden, Mitarbeitende und Kultur weitergetragen werden. 

Die grössten Stolpersteine sind altbekannt: zu spätes Handeln, unrealistische Bewertungen, unspezifische Käufersuche oder fehlende steuerliche Planung. Besser ist ein strukturierter Fahrplan mit realistischen Meilensteinen, professioneller Bewertung, sauberem Informationsmemorandum und diskreter Käuferauswahl. So bleibt das Ruder in der Hand des Unternehmers, fachlich und emotional. 

Die besten Übergaben beginnen, solange die Arbeit noch Freude macht. «Wer heute vorbereitet, entscheidet morgen souverän und bestimmt Tempo und Ton der Übergabe – statt sich treiben zu lassen.», sagt Serge Stapfer, Mitgründer der Trown Partners AG. 

Und damit schliesst sich der Kreis zum Sport: Die Besten treten nicht ab, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Sie gestalten den Übergang selbstbewusst und mit Stil. Unternehmer, die ihre Nachfolge rechtzeitig planen, handeln genauso: sie bleiben im Spiel, solange es Spass macht, und sorgen dafür, dass ihr Lebenswerk weiterläuft, wenn sie das Geschehen längst von der Tribüne aus geniessen.

Autor: Paul Monn, Referent am ZfU

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